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Extremismus

Rollfeld-Mitarbeiter zeigen IS-Geste am Flughafen Düsseldorf

Düsseldorf (dpa/lnw)

Auf den Flughäfen herrscht Hochbetrieb. Viele Familien wollen nach den Corona-Jahren wieder in die Ferne reisen. Ein Foto aus den sozialen Medien sorgt für Aufregung, das Männer mit IS-Geste auf dem Düsseldorfer Rollfeld zeigt. Die Behörden reagieren sofort.

Von dpa

Der Polizei-Schriftzug steht auf einem Einsatzfahrzeug. Foto: Christoph Soeder/dpa/Symbolbild

Drei junge Männer in Arbeitskluft posieren mit einer IS-typischen Geste am Rollfeld des größten Flughafens von Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf: Mitten in der Sommerferienzeit sorgen diese Bilder aus sozialen Medien für Aufregung. Nach Angaben der Bundespolizei sind sofort nach Bekanntwerden des Vorfalls alle erforderlichen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr ergriffen worden. Laut der DPolG Bundespolizeigewerkschaft sorgt so ein Vorfall für Verunsicherung.

Die «Bild»-Zeitung berichtete am Freitag über den Vorfall. Ein Bild aus sozialen Medien zeigt, wie drei Männer in Arbeitskluft am Rollfeld stehen und ihre Zeigefinger symbolisch nach oben strecken - eine Geste, die für die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) typisch ist.

Die Bundespolizei hat nach eigenen Angaben am Donnerstag Kenntnis von einem Video bekommen und nach einer sofortigen Auswertung den Ort dem Flughafen Düsseldorf zugeordnet. Anhand des Bildmaterials seien alle drei Personen identifiziert worden, teilte die Bundespolizei am Freitag mit. Da auf Grund des auf den Videos zu sehenden Verhaltens ein islamistischer Bezug nicht ausgeschlossen werden könne, seien sofort die Flughafenausweise gesperrt worden. Damit sei sichergestellt, dass ein Zutritt zu Sicherheitsbereichen des Flughafens ausgeschlossen sei. Es sei ebenfalls überprüft worden, dass die Personen derzeit keinen Dienst auf dem Flughafen versehen. Der Fall sei dann an die Düsseldorfer Polizei übergeben worden.

Ein Sprecher der Düsseldorfer Polizei sagte, man sei am Donnerstag zu den Adressen der Männer gefahren. Bei zwei von ihnen habe man eine Gefährderansprache gehalten, der dritte sei im Urlaub gewesen. «Den haben wir weiter im Fokus - wenn er zurück ist, werden wir auch bei ihm eine Gefährderansprache durchführen», erläuterte der Sprecher.

Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf führt keine Ermittlungen in dem Fall, wie ein Sprecher der dpa am Freitag sagte. Das Zeigen des erhobenen Zeigefingers erfülle keinen Straftatbestand.

Gefährderansprachen führt die Polizei durch, wenn sie Hinweise auf eine möglicherweise anstehende Straftat bekommt. Sie wird zum Beispiel bei Extremisten und Hooligans vorstellig. Damit wollen die Beamten signalisieren, dass man die Person auf dem Schirm habe und dass sie die Gedanken, die sie möglicherweise hat, bloß nicht in die Tat umsetzen solle. Die Gefährderansprache ist also eine präventive Maßnahme, um eine mögliche spätere Straftat zu verhindern.

Die Bundespolizei wies auch darauf hin, dass Personal vor einer Tätigkeit im Flughafen-Sicherheitsbereich einer Zuverlässigkeitsüberprüfung unterzogen werde. Zuständig seien die Landesluftsicherheitsbehörden, die dafür unter anderem Anfragen an Polizei- und Verfassungsschutzbehörden stellten, um dort vorliegende Erkenntnisse berücksichtigen zu können. «Erst nach positivem Überprüfungsergebnis wird ein Flughafenausweis ausgestellt, welcher den Zutritt in den Sicherheitsbereich ermöglicht», betonte ein Sprecher der Bundespolizei. Mit der Zuverlässigkeitsüberprüfung könnten bereits vor Arbeitsaufnahme mögliche Sicherheitsbedenken erkannt werden. Bei der Bundespolizei lagen den Angaben zufolge zu den betreffenden drei Personen keine polizeilichen Erkenntnisse vor.

Nach Ansicht der Bundespolizeigewerkschaft haben die Sicherheitsbehörden nach dem Bekanntwerden einer IS-typischen Geste von drei Mitarbeitern auf dem Flughafengelände in Düsseldorf sofort gehandelt. «Die Behörden haben umgehend reagiert und da gab es auch keinen Toleranzspielraum», erklärte der Vize-Bundesvorsitzende Manuel Ostermann der dpa. Das sei ein völlig inakzeptabler Vorgang, egal ob das als ein schlechter Scherz gemeint gewesen sei oder ob extremistische Bestrebungen dahinter stünden.

So ein Vorfall führe zu Verunsicherung. «Selbstverständlich führt das zu Magenschmerzen bei den Reisenden, aber die deutschen Flughäfen sind sicher», unterstrich Ostermann. Er verwies aber auch auf die angespannte Lage an den Flughäfen. Vor dem Hintergrund einer wachsenden extremistische Bedrohungslage müsse man stetig wachsam bleiben. Laut Ostermann ist deshalb wichtig, die Sicherheitsverfahren stetig zu betrachten und auf dem neuesten Stand zu halten. Das gelte auch für die Zuverlässigkeitsüberprüfung, die vor dem Beginn einer Tätigkeit im Airport-Sicherheitsbereich erfolge.

Die Flughafen Düsseldorf GmbH erklärte, «dass es sich bei den durch die Ermittlungen der Bundespolizei betroffenen Personen nicht um Mitarbeiter der Flughafen Düsseldorf GmbH handelt, sondern um Beschäftigte eines am Standort Flughafen tätigen Dienstleisters».

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