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Kulturpolitik

Schriftsteller Navid Kermani kritisiert seinen Wohnort Köln

Köln (dpa) - Der Schriftsteller Navid Kermani hat seine Wahlheimat Köln scharf kritisiert. «Man schämt sich ein ums andere Mal für diese Stadt, die man doch liebt, in der man gern lebt, von der man nicht wegkommt», schrieb der vielfach ausgezeichnete Autor in einem Beitrag für den «Kölner Stadt-Anzeiger» (Donnerstag). «Gleichzeitig schustern sich die Politiker die Ämter zu. So viele Dinge klappen hier nicht.» Insbesondere im Kulturleben gehe es «unfassbar unprofessionell» zu. «Es scheint in der Verwaltung überhaupt keinen Ehrgeiz zu geben, mal etwas zu machen, was man Köln nicht zutraut, was über das Gewohnte hinausgeht, was sogar über Deutschland hinaus strahlen könnte.»

dpa

Navid Kermani, Schriftsteller und Orientalist, spricht in seinem Büro. Foto: Oliver Berg

Kermani, der unter anderem den Friedenspreis des deutschen Buchhandels erhielt, wurde in Siegen (Nordrhein-Westfalen) geboren, lebt aber seit vielen Jahren in Köln. Konkret kritisierte er die Berufung von Carl Philip von Maldeghem, derzeit Intendant des Salzburger Landestheaters, zum neuen Chef des Kölner Schauspiels. «Ich kenne viele Theaterleute in Deutschland, mit vielen bin ich eng befreundet, und da gibt es nur ein allgemeines Kopfschütteln über die Wahl und, schlimmer noch, Mitleid.» Mit dieser Entscheidung schreibe sich Köln selbst ab vom überregionalen Theaterleben. Er verstehe nicht, was in den Köpfen der Verantwortlichen vor sich gegangen sei. «Meine Vermutung ist: Der Kandidat ist bequem. (...) Nur kein Krach und kein Krawall - das mag die Devise gewesen sein.»

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