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Schüsse auf flüchtenden Straftäter: Polizist vor Gericht

Köln (dpa/lnw)

Von dpa

«Polizei» steht auf der Uniform eines Polizisten. Foto: Jens Büttner/zb/dpa/Symbolbild

Ein Polizist steht seit Mittwoch in Köln vor Gericht, weil er fünf Mal auf einen Verdächtigen geschossen und ihn mit drei Treffern erheblich verletzt haben soll. Der 46 Jahre alte Schütze ist wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt angeklagt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Beamte ohne ausreichenden Grund auf den damals 19-Jährigen geschossen hat.

Zum Prozessauftakt räumte der Deutsche die Schüsse auf den heute 22 Jahre alten Nebenkläger ein. Zuvor sei ein erster Festnahmeversuch unter Einsatz von Pfefferspray misslungen, der Gesuchte sei im «Vollsprint» davongelaufen, sagte der Angeklagte. Er habe die Verfolgung aufgenommen, den 22-Jährigen — der wegen eines schweren Raubes auf einen Drogendealer per Haftbefehl gesucht wurde — zunächst aus den Augen verloren, ihn wenig später aber im Kühlraum eines Getränkemarkts aufgespürt.

Trotz gezückter Waffe und Unterstützung durch zwei Kolleginnen habe sich der 22-Jährige erneut der Festnahme durch Weglaufen entzogen. «Um ihn an seiner weiteren Flucht zu hindern, habe ich auf seine Beine geschossen», sagte der 46-Jährige. Da seine ersten beiden direkt hintereinander abgegebenen Schüsse «keine Wirkung» gezeigt hätten, habe er weitergeschossen. «Wenn der jetzt weg ist, dann ist der richtig weg», habe er gedacht, so der Angeklagte. «Ich ärgere mich sehr, dass er am Oberkörper getroffen wurde. Auf die Beine würde ich aber immer wieder schießen», sagte der Angeklagte ungerührt.

Der 22-Jährige gab in seiner Aussage an, dass sich die Zivil-Fahnder weder auf der Straße noch später im Getränkemarkt als Polizeibeamte zu erkennen gegeben hätten. Ferner zeigte er sich sicher, dass zuerst sein Nacken und Rücken getroffen worden seien und dann erst das Bein.

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