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Schuss in den Bauch: Verbrechen bleibt mysteriös

Düsseldorf (dpa/lnw)

Von dpa

Ein Krankenwagen fährt mit Blaulicht auf einer Straße. Foto: Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/ZB/Symbolbild

Drei maskierte Männer, ein Methadon-Patient und ein lebensgefährlicher Bauchschuss: Das Düsseldorfer Landgericht verhandelt seit Donnerstag über ein mysteriöses Verbrechen, das sich vor gut einem Jahr in einem Industriegebiet in Dormagen ereignet hat.

Drei Maskierte hatten Zeugen zufolge den Patienten eines Methadon-Arztes beim Verlassen der Praxis abgepasst. Dann fiel ein Schuss, bei dem der 45-jährige Patient aus Köln am 23. Mai 2020 lebensgefährlich verletzt wurde.

Bei der Polizei hatte das Opfer angegeben, die Angreifer, von denen er einen gekannt habe, hätten ihn zum Drogenverkauf zwingen wollen. Das wollte er vor Gericht aber nicht wiederholen.

Stattdessen deutete er an, ihm seien 30.000 Euro geboten worden, wenn er vor Gericht nicht aussage und vergesse, was passiert sei. Die Tat könne zudem auch der Racheakt eine Paares aus Köln gewesen sein.

Der Angeklagte, ein wohnsitzloser Georgier, trug am Donnerstag nicht viel zur Aufklärung bei. Er gestand lediglich, sich illegal in Deutschland aufgehalten zu haben. Das Verfahren wegen versuchten Totschlags, illegalen Waffenbesitzes und illegalen Aufenthalts findet im Hochsicherheitstrakt des Oberlandesgerichts statt.

Aus Justizkreisen hieß es, es werde ein Flucht- oder Befreiungsversuch befürchtet. SEK-Beamte bewachten am Donnerstag den Angeklagten.

Das Trio war damals in einem Auto vom Tatort geflohen. Zeugen hatten den Vorfall auf offener Straße beobachtet und gehört, dass die Täter russisch mit georgischem Akzent gesprochen hätten.

Nach dem jetzigen Angeklagten war mit internationalem Haftbefehl gefahndet worden. Der 35-Jährige konnte ein halbes Jahr später in Remscheid festgenommen werden. Bei einer Verkehrskontrolle wurde im Handschuhfach seines Autos eine scharfe halbautomatische Pistole gefunden.

Für das Verfahren sind bis zum 22. September zunächst fünf Verhandlungstage angesetzt. Bei einer Verurteilung muss der Angeklagten mit bis zu 15 Jahren Haft rechnen.

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