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Verkehrsministerium

Senioren sind oft Hauptverursacher von Verkehrsunfällen

Düsseldorf (dpa/lnw)

Rund 38.600 Senioren über 60 Jahren sind in den Jahren 2020 bis 2022 in Nordrhein-Westfalen als Hauptverursacher von Verkehrsunfällen erfasst worden - 560 von ihnen waren sogar schon in der Altersgruppe 90 bis 100 Jahre. Allein im vergangenen Jahr waren 177 Hochbetagte dieser Altersgruppe Hauptunfallverursacher. Das geht aus einer am Donnerstag in Düsseldorf veröffentlichten Antwort des NRW-Verkehrsministeriums auf eine Anfrage aus der AfD-Landtagsfraktion hervor.

Von dpa

Ein Warndreieck steht in der Nähe einer Unfallstelle. Foto: Stefan Sauer/dpa/Symbolbild

Anlass war ein aufsehenerregender Unfall, den ein 84-jähriger SUV-Fahrer am Rande des Weihnachtsmarkts an der Düsseldorfer Königsallee verursacht hatte. Der Senior war im November in eine Menschenmenge gefahren. Bei dem Unfall waren vier Menschen verletzt worden, zwei Fußgänger schwebten zeitweise in Lebensgefahr. Die AfD-Opposition wollte daraufhin wissen: «Wie viele Senioren geben altersbedingt und freiwillig den Führerschein in NRW ab?»

Laut Daten des Kraftfahrt-Bundesamts in Flensburg waren das in den Jahren 2015 bis 2021 in NRW insgesamt rund 23.500 Führerscheininhaber ab 60 Jahren - darunter rund 62 Prozent Männer. Demnach verzichteten hier allein im Jahr 2021 insgesamt 3762 Personen ab 60 Jahren auf ihre Fahrerlaubnis - darunter 333 im Alter von 90 Jahren und mehr. In der Altersgruppe ab 80 Jahren verzichteten insgesamt 2316 Männer und Frauen.

Erzwingen lässt sich das auch im hohen Alter nicht. «Die Fahrerlaubnis wird in Deutschland - außer bei Bus- und LKW-Fahrerlaubnisklassen - unbefristet erteilt», stellte Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) klar. «Insbesondere Menschen im höheren Alter erhält die Fahrerlaubnis Mobilität und Flexibilität, sichert ihnen Selbständigkeit und Unabhängigkeit und ist oft Voraussetzung, um soziale Kontakte auch über größere Entfernungen hinweg zu pflegen», antwortete er der AfD. Dies gilt gerade auch für ländliche Gebiete.

«Demgegenüber steht die Tatsache, dass bei jedem Menschen - individuell ganz unterschiedlich - irgendwann ein Zeitpunkt erreicht sein kann, an dem die Fahreignung nicht mehr gegeben ist», unterstrich der Minister. Die Landesregierung setze auf Information, Freiwilligkeit und die Stärkung der Eigenverantwortung, um die Fahreignung älterer Verkehrsteilnehmer sicherzustellen. Wie viele Senioren freiwillig ihre Fahrtauglichkeit überprüfen ließen, werde statistisch nicht erfasst. Einen wichtigen Beitrag zu sicherem Fahren könnten auch Fahrerassistenzsysteme leisten, um Geschwindigkeit, Abstand und das Halten der Spur zu regulieren.

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