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Prozess

Soldat kollabiert nach Hitzemarsch: Klage abgewiesen

Bonn (dpa/lnw)

Das Landgericht Bonn hat eine Klage eines Bundeswehrsoldaten wegen eines achtstündigen Geländemarschs abgewiesen. Der Soldat, damals 18 Jahre alt, war bei dem Marsch im Juli 2017 im niedersächsischen Munster mit einem Hitzeschlag zusammengebrochen und hatte daraufhin die Bundesrepublik Deutschland als Dienstherrin des Verteidigungsministeriums verklagt. Er forderte eine Entschädigung von rund 90.000 Euro. Doch wie eine Gerichtssprecherin am Mittwoch mitteilte, folgte das Gericht dem nicht.

Von dpa

Ein Rettungswagen fährt über eine Autobahn. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Das Gericht urteilte, dass sich die Ausbilder an den «Befehl für Führung, Ausbildung und Erziehung» gehalten hätten, wonach die angehenden Soldaten an extreme Belastungen herangeführt werden sollten. Die angemahnten Fehler der Ausbilder seien nicht vorsätzlich gemacht worden. (AZ: LG Bonn 1 O 350/21)

Der Mann, der sich bis 2030 beim Bund verpflichtet hatte, war mit einem Hubschrauber in ein Krankenhaus geflogen worden, wo er eine Woche auf der Intensivstation bleiben musste. Diagnostiziert wurde ein Multiorganversagen nach Überwärmung des Körpers (Hyperthermie). Er kehrte nicht mehr zur Bundeswehr zurück.

Der Kläger warf seinem Zugführer Führungsversagen vor. Zwei nicht geplante Märsche im Gefechtsanzug und im Laufschritt hätten ganz offensichtlich «willkürlichen Maßregelungen der Soldaten gedient». Der dritte Marsch habe bei 27 Grad im Helm absolviert werden müssen.

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