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Erste Bilanz nach der Fusion

Sparda-Bank steckt im Ertragstal

Düsseldorf/Münster

Es war eine Premiere: Ein Jahr nach dem Zusammenschluss der Sparda-Bank Münster mit der Sparda-Bank West (Düsseldorf) hat die neue Sparda-Bank West am Donnerstag Bilanz gezogen: Wachsende Kundeneinlagen und ein leichtes Minus im Kreditgeschäft prägten das Geschäft im vergangenen Jahr. Der Gewinn sank deutlich.

Jürgen Stilling

Manfred Stevermann Foto:

Während die Kundeneinlagen um 4,5 Prozent auf 10,9 Milliarden €  wuchsen, sank der Kreditbestand um ein Prozent auf 6,25 Milliarden € . In der Vertriebsdirektion Nord (dem Gebiet der ehemaligen Sparda-Bank Münster) entwickelte sich das Kreditgeschäft etwas besser.

Die Erträge des neuen Geldhauses sind 2018 stark geschrumpft. Vorstandschef Manfred Stevermann berichtete in Düsseldorf von einem um 77 Prozent auf 11,3 Millionen €  gesunkenen Vorsteuerergebnis. Zwei Hauptgründe gibt es für die Ertragsdelle: Zum einen belastete die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank das Zinsergebnis, zum anderen verursachte die Fusion hohe Verwaltungskosten, ohne kurzfristig nennenswerte Erträge einzubringen. „Besonders positive Soforteffekte waren durch die Fusion nicht zu erwarten“, sagte Stevermann. Die angestrebten Vorteile ließen sich erst nach einer Übergangsphase erzielen, so der Vorstandsvorsitzende.

Nachdem die Sparda-Bank Münster das kostenlose Konto für alle Kunden schon vorher ad acta gelegt hatte, wurde dieser Schritt 2018 bei der gesamten Sparda-Bank vollzogen. „Dadurch hat aber nur eine Bereinigung bei den Zweit- und Drittkonten stattgefunden“, berichtete Stevermann.

Vertriebsdirektion Nord in Zahlen

Im Gebiet der ehemaligen Sparda-Bank Münster, der heutigen Vertriebsdirektion Nord der Sparda-Bank West, wurden 2018 folgende Kennzahlen verbucht:

Kundeneinlagen: 1,76 Milliarden €  (plus 6,5 Prozent)

Kreditvolumen: 1,705 Milliarden €  (unverändert)

Geschäftsvolumen: 2,68 Milliarden €  (plus 4,5 Prozent)

Kundenzahl (Ende 2018): 154 950 (minus 5207)

Mitgliederzahl (Ende 2018): 134 813 (minus 7457)

Mit Blick auf die künftige Zinsentwicklung malte der Vorstandschef ein düsteres Bild: „Für die Einlagen der Bankkunden wird es noch jahrelang quasi keine Zinsen geben.“

Zu der Untreue-Affäre rund um den ehemaligen Chef der Sparda-Bank Münster, Enrico Kahl, wollte sich Stevermann nicht äußern. „Es gibt laufende Ermittlungen“, war sein einziger Kommentar.

Für 2019 erwartet die Bank wachsende Einlagen und Kredite sowie Gewinne auf dem niedrigen Vorjahresniveau. Grund seien auch weitere Belastungen in Zusammenhang mit dem Rechenzentrum. Die Sparda-Bank hatte sich in dieser Frage gegen den IT-Dienstleister Fiducia & GAD in Münster entschieden.

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