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Kriminalität

Staatsanwalt: Tödliche Polizeischüsse wohl gerechtfertigt

Der von Spezialeinheiten der Polizei in Düsseldorf getötete Randalierer soll das Feuer auf die Beamten mit einer Gaswaffe eröffnet haben. Es war nicht das erste Mal, dass er einen SEK-Einsatz auslöste.

dpa

Ein Polizeifahrzeug mit leuchtendem Blaulicht auf dem Dach ist zu sehen. Foto: Rolf Vennenbernd

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die von einer Spezialeinheit in Düsseldorf abgefeuerten tödlichen Schüsse waren nach vorläufiger Bewertung der Staatsanwaltschaft gerechtfertigt. Der bei dem Polizeieinsatz erschossene 32-Jährige habe zuerst auf die Beamten gefeuert - mit einer Gaswaffe, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Freitag. Die Beamten hätten daraufhin zurückgeschossen.

Zuvor habe der Mann einen Polizeihund mit einem Pfeil aus einer Armbrust am Kopf getroffen und schwer verletzt. Der polizeibekannte Mann sei bereits vor zwei Jahren von einem SEK überwältigt worden, so die Polizei. Schon damals habe er mit einer Armbrust und einer Schreckschusswaffe hantiert. Nach einem Streit mit seinem Bruder war er damals in eine Psychiatrie eingewiesen worden. Es gab Hinweise auf Amphetaminkonsum.

Aus Neutralitätsgründen würden nun Ermittler aus Duisburg die tödliche Schussabgabe untersuchen. Nachbarn hätten am Donnerstag mehrfach Schussgeräusche gehört und die Polizei alarmiert, berichtete diese am Freitag. Die 66 und 65 Jahre alten Eltern des Mannes hätten der Polizei daraufhin am Telefon gesagt, dass sie Todesangst hätten. Die Mutter sei von ihrem Sohn mit einer Armbrust bedroht worden. Der Sohn «raste völlig aus».

Schon beim Eintreffen seien Polizisten mit Farbeimern und Mobiliar beworfen worden. Die Eltern seien von Polizisten aus dem Garten gerettet worden und hätten der Polizei zwei Molotowcocktails übergeben.

Sie hätten auch von weiteren Brandsätzen im Haus berichtet. Der 32-Jährige habe sich im Dachgeschoss verbarrikadiert. Polizisten hätten dann den Geruch brennbarer Flüssigkeit wahrgenommen. Sie hätten davon ausgehen müssen, dass der Mann eine Explosion verursachen werde.

Als die Spezialeinheit die Wohnung betrat, habe der Mann sofort mit der Armbrust auf den Hund geschossen. Dann sei es zu der Schießerei gekommen, bei der der Randalierer getötet wurde. Seine Eltern seien danach seelsorgerisch betreut worden.

Im Dachgeschoss wurden mehrere verdächtige Gegenstände sichergestellt und von Sprengstoffspezialisten des Landeskriminalamts untersucht. Es seien eine Gas-Schreckschusswaffe, eine Armbrust, zwei Molotowcocktails, eine Axt, ein Beil und Messer sichergestellt worden. Der Hund war noch am Donnerstag in eine Tierklinik gebracht und operiert worden.

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