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Streit um Absage des Martinszugs in Bonn

Bonn (dpa/lnw)

Die Katholische Kirche hat die Stadt Bonn für die das Hin und Her in Bezug auf die Martinszüge in der Stadt kritisiert. Die Zusage von Oberbürgermeisterin Katja Dörner vom Freitag, dass die verschärften Corona-Regeln nicht für die Martinszüge gelten würden, komme zu spät, teilte Stadtdechant Wolfgang Picken am Sonntag verärgert mit. «Der große Martinszug wird also ausfallen und die Stadtverwaltung trägt dafür die alleinige Verantwortung. Man hat die Martinszüge vor die Wand fahren lassen. Das ist - um es gelinde zu sagen - ein echtes Trauerspiel.»

Von dpa

Man sei über das Vorgehen der Stadt mehr als enttäuscht, so Picken weiter. Die Entscheidung treffe gerade Kinder und Familien, die in der Pandemie besonders belastet gewesen seien. «Wir hatten gehofft, dass die Stadt alles daransetzen würde, der jungen Generation die traditionelle Feier des Heiligen Martin wieder zu ermöglichen.»

Die Stadt habe erst die Absage sämtlicher Martinszüge provoziert, ehe Dörner am Freitag erklärte, dass die zusätzlichen Corona-Maßnahmen für die Martinszüge aufgehoben seien. «Es ist mehr als ärgerlich, dass die Stadtverwaltung erst die Absage aller Martinszüge provoziert und viele Kinder und Familien enttäuscht, um dann plötzlich auf öffentlichen Druck diese Entscheidung zu korrigieren», betonte Picken.

So fühlten sich viele Organisatoren nicht ernstgenommen. Es entstehe bei den Bürgerinnen und Bürgern der schlechte Eindruck, die Corona-Auflagen der Stadt seien willkürlich. Nach dem Ferienende blieben nur wenige Tage bis zum Martinszug. Dies sei für die Koordination der vielen Gruppen und die Organisation nicht ausreichend, meinte Picken. Es gebe «leider keinen Weg mehr zurück».

Nach der Entscheidung am letzten Schultag vor den Herbstferien könne man keinen Kontakt mehr mit den Schulen aufnehmen und Rücksprache halten, klagte Picken. Hinzu käme, dass fast alle Schulen und Kindergärten - die meisten in städtischer Trägerschaft - ihre Teilnahme am Martinszug bereits definitiv abgesagt hätten. Sie hätten sich nicht in der Lage gesehen, die Auflagen der Stadt umzusetzen und dann für ihre Einrichtungen alternative Formate entwickelt.

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