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Studie: Jaeger und Degenhardt haben Täter geschützt

Paderborn (dpa/lnw)

Die Kardinäle Lorenz Jaeger und Johannes Joachim Degenhardt haben laut einer im Auftrag des Bistums Paderborn erstellten Studie in ihrer Amtszeit Beschuldigte in Fällen von sexueller Gewalt in der katholischen Kirche geschützt und keine Fürsorge für die Opfer gezeigt. Das ist ein erstes Zwischenergebnis einer historischen Forschungsarbeit der Uni Paderborn zum sexuellen Missbrauch von Minderjährigen im Bistum Paderborn, wie die Uni am Montag mitteilte. Immer wieder sei dabei durch die Versetzung der Priester in Kauf genommen worden, dass sich Missbrauch wiederhole. Jaeger (1892-1975) war von 1941 bis 1973 Erzbischof von Paderborn, Degenhardt (1926-2002) von 1974 bis 2002.

Von dpa

Der Paderborner Erzbischof, Kardinal Johannes Joachim Degenhardt. Foto: Martin Gerten/dpa/Bildarchiv

Insgesamt haben die Wissenschaftlerinnen Nicole Priesching und Christine Hartig 160 Beschuldigte für die Zeit von 1941 bis 2002 entdeckt. Da die Identifizierten oftmals mutmaßliche Mehrfachtäter waren, sei es nicht möglich, eine exakte Zahl von Opfern zu nennen, heißt es in der der Mitteilung. Zumal das Bistum Paderborn in den Personalakten die Opfer nicht kenntlich gemacht habe.

Das auf vier Jahre angelegte Forschungsprojekt ist im Februar 2020 gestartet. Das Ergebnis soll nach Abschluss als Buch veröffentlicht werden.

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