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Studie: Zahl der Privatpleiten hat sich mehr als verdoppelt

Hamburg (dpa/lnw)

Die Zahl der Privat-Pleiten in Nordrhein-Westfalen hat sich im vergangenen Jahr nach einer Untersuchung der Auskunftei Crif mehr als verdoppelt. Insgesamt habe es 2021 im bevölkerungsreichsten Bundesland 27.263 Privatinsolvenzen gegeben, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr, heißt es im «Schuldenbarometer 2021» des Informationsdienstleisters. Damit stieg die Zahl der Privatpleiten noch stärker als im Bundesdurchschnitt, wo die Zahl der Insolvenzen um 93,6 Prozent auf 109.031 zunahm.

Von dpa

Ein Kugelschreiber liegt auf einem Antrag zur Eröffnung eines Insolvenzverfahrens. Foto: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

Ausschlaggebend für den starken Anstieg der Privatinsolvenzen war nach Einschätzung von Crif-Geschäftsführer Frank Schlein allerdings nicht in erster Linie die Corona-Pandemie, sondern eine Gesetzesänderung, die Ende 2020 in Kraft trat. Sie sorgte dafür, dass überschuldete Verbraucher nach drei statt nach sechs Jahren von ihren Restschulden befreit werden können. Viele Betroffene hätten deshalb mit ihrem Insolvenzantrag bis zum Inkrafttreten der Neuregelung gewartet.

Mit 152 Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner lag die Insolvenzquote in NRW über dem Bundesdurchschnitt. Bundesweit registrierte Crif 131 Insolvenzen je 100.000 Einwohner. Die höchste Insolvenzquote gab es Bremen (247), die niedrigsten in Bayern (86).

Für dieses Jahr rechnet Schlein bundesweit erneut mit einer hohen Zahl von Privatinsolvenzen. Denn die finanziellen Reserven vieler Menschen seien durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie aufgebraucht. Außerdem belasteten die steigenden Miet- und Energiepreise die Privatbudgets.

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