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Handball

Umgang mit Spielerinnen: Blomberg wehrt sich gegen Vorwürfe

Düsseldorf (dpa)

Vorwürfe zum Umgang mit Spielerinnen beschäftigen den deutschen Frauen-Handball seit Monaten. Nun melden sich weitere Betroffene mit neuer Kritik zu Wort. Im Fokus steht Bundesligist Blomberg-Lippe.

Von dpa

Ein Spielball liegt auf einem Handballfeld. Foto: Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Frauen-Bundesligist HSG Blomberg-Lippe hat Vorwürfe zum Umgang mit seinen Handballspielerinnen zurückgewiesen. «Bei aller notwendigen Selbstkritik, an der kein Zweifel besteht, weist der Verein die heutigen Vorwürfe als nicht fair und zum Teil völlig überzogen zurück», erklärte der Club am Freitag auf Anfrage. In einem Bericht des «Spiegel» hatten zuvor unter anderem frühere Spielerinnen den Umgang des aktuellen Coaches Steffen Birkner mit ihnen kritisiert.

Der «Spiegel» zitierte die ehemalige Spielerin Isabelle Jongenelen, die den Wechsel zurück nach Blomberg im Jahr 2019 «als schwersten Fehler ihres Lebens» bezeichnete. Trainer Birkner habe sie immer wieder kritisiert, ausgegrenzt und Spielerinnen beschimpft.

Der Trainer äußerte sich schriftlich zu den Vorwürfen. «Wenn Spielerinnen den von mir angeschlagenen Umgangston nicht immer angebracht empfanden, dann tut mir das leid.» Generell sei im Sport die Wortwahl sicher oft gröber als im normalen Leben. «Es geht aber nie um persönliche Beleidigungen, sondern geschieht im Eifer des Gefechts und der Emotion. So wurde bereits in der Vergangenheit auf entsprechende Hinweise reagiert und die Wortwahl angepasst», erklärte Birkner.

Vorwürfe gegen den Verein erhob auch die frühere Athletiktrainerin Jessica Bregazzi. «Einigen Spielerinnen, die sich während des Krafttrainings bei mir ausweinten, weil sie mental so stark angeschlagen waren, habe ich empfohlen sich in psychotherapeutische Behandlung zu begeben», sagte sie. Es sei ein Kampf gegen Windmühlen gewesen. «Und ich war froh, als ich endlich aus Blomberg rauskam, weil diese schlimmen Verhältnisse auch meiner eigenen psychischen Gesundheit nicht gutgetan haben», erklärte Bregazzi.

Der Club teilte mit, er verwahre sich gegen Vorwürfe, die psychische Situation der Spielerinnen sei den Verantwortlichen gleichgültig. «Wir haben nach den Vorwürfen gegen André Fuhr zielführende Konsequenzen gezogen und Maßnahmen eingeleitet, die auch positive Wirkung entfalten werden», sagte HSG-Geschäftsführer Torben Kietsch. «Mir ist weder die psychische Verfassung der Spielerinnen noch die von anderen Mitarbeitern gleichgültig.» Der Club wollte auf Details zu Gesprächen mit Spielerinnen nicht eingehen.

Fuhr hatte bis 2018 bei Blomberg-Lippe trainiert. Mit ihrer fristlosen Kündigung bei Borussia Dortmund hatten die Nationalspielerinnen Mia Zschocke und Amelie Berger den Fall Fuhr im vergangenen September öffentlich gemacht, der Dortmunder Club trennte sich kurz darauf vom Trainer. Mittlerweile haben sich zahlreiche Spielerinnen gemeldet, die nach eigenen Angaben psychisch unter den Trainingsmethoden des ehemaligen Coaches gelitten hatten.

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