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Versäumnisse beim Ausbau

Verkehrsexperte: Keine Lösung des Stauproblems in Sicht

Bochum

Nordrhein-Westfalens Problem mit Dauer-Staus lässt sich einem Verkehrsexperten zufolge nicht kurzfristig lösen. „In den nächsten vier bis fünf Jahren ist nicht mit einer Verbesserung zu rechnen, sofern die Konjunktur nicht einbricht“, sagte Justin Geistefeldt, Professor für Verkehrswesen an der Ruhr-Universität Bochum.

dpa

Eine Straßenbahn fährt neben der Autobahn 40 bei Essen an einem Stau entlang. Foto: Roland Weihrauch

Im Gegenteil bringe der endlich angeschobene Infrastrukturausbau auf den NRW-Autobahnen zunächst einmal mehr Behinderungen und damit größere Herausforderungen für das Verkehrsmanagement mit sich.

Dass NRW im Bundesvergleich die meisten Staus hat, ist für den Fachmann für Autobahnverkehr keine Überraschung: „Eine Sensation wäre es, wenn es angesichts der dichten Siedlungsstruktur anders wäre.“ Die Versäumnisse beim Infrastrukturausbau seien alt: „Die Beseitigung der Engpässe, die heute im Netz vorhanden sind, hätte man schon vor zwanzig Jahren angehen müssen“, sagte Geistefeldt.

Kluge Baustellenplanung gefragt

Politik sei jedoch keineswegs machtlos: „Wie viel Stau eine Baustelle verursacht, kann durch eine kluge Baustellenplanung beeinflusst werden.“ Die Freigabe von Seitenstreifen zu Spitzenzeiten könne auf manchen Strecken auch kurzfristig die Kapazitäten erhöhen. Das passiert in NRW bereits auf einigen Autobahnen. Auch Ampeln zur Zuflussregelung, die Autos im raschen Rhythmus einzeln statt im Pulk auf die Autobahn führen, seien vielerorts erfolgreich.

Nach der Veröffentlichung verschiedener Daten über Staulängen in Nordrhein-Westfalen ist im Land erneut eine Debatte über Dauer-Staus entbrannt. Die Opposition warf der Landesregierung am Donnerstag „verkehrspolitisches Versagen“ vor. Diese verwies auf die Versäumnisse der Vorgängerregierungen.

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