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Brauchtum

Vermenschlichtes Langohr: Wie der Hase zum Osterfest kam

Er hoppelt so süß und bringt die Ostereier: Der Hase geriet im 19. Jahrhundert zum weltlichen Symbol für ein in der Familie gefeiertes Osterfest. In Kinderbüchern, auf Postkarten und als Schokoladenfigur machte Meister Lampe Karriere.

dpa

Zwei Feldhasen spielen auf einer Wiese. Foto: Patrick Pleul

Bonn (dpa/lnw) - Der Hase als Überbringer der Ostereier: Diese Vorstellung stammt aus dem 19. Jahrhundert. In dieser Rolle taucht seit dem der Hase in Kinderbüchern, Illustrationen, auf Postkarten und als Schokoladenfigur auf, wie das LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte in Bonn berichtet. Das niedliche Tier mit den langen Ohren wurde optisch vermenschlicht: mit aufrechtem Gang, bekleidet und mit Tätigkeiten wie im Bilderbuch-Klassiker «Häschenschule».

«Es war ein ideales Bild für eine Neubelegung des Osterfestes, das sich im 19. Jahrhundert von einem rein kirchlichen Fest zu einem säkularen Familienfest entwickelte», sagt die Leiterin des Instituts, Dagmar Hänel. In das bürgerliche Familienbild hätten auch Rituale wie Verstecken und Suchen der Eier, der Familienspaziergang und der Osterhase gepasst. In manchen Regionen galten auch Fuchs und Kuckuck als Überbringer der Ostereier, aber der flauschige Hase setzte sich durch.

Eine andere These, dass der Hase das Begleittier der germanischen Göttin Ostera sei, sei «eine historische fake-Nachricht», sagt Hänel. Eine solche Göttin sei Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden worden. In dieser Zeit traf die Vorstellung aber einen Nerv, berichtete die Volkskundlerin. Ostera wurde als blonde Frühjahrsbringerin auf einem von Hasen gezogen Wagen dargestellt. Eine weitere Anekdote über die Verbindung vom Hasen zu Ostern stammt aus den Alltag: Demnach missriet einem Bäcker die Form der Osterlämmer, und die gebackenen Tiere ähnelten Hasen.

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