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Kriminalität

Voraussichtlich weiteres Urteil im Missbrauchskomplex

Der Mann mit Wohnsitz in Berlin und Magdeburg hat bereits am ersten Prozesstag ein Geständnis abgelegt. Jetzt soll bereits am Freitag ein Urteil verkündet werden. Der Vorwurf lautet dreifacher schwerer sexueller Missbrauch eines Jungen.

dpa

Zu Prozessbeginn kommt der Angeklagte (l) in Begleitung von einem Justizbeamten in das Landgericht Münster. Foto: Guido Kirchner

Münster (dpa) - In einem Prozess im Missbrauchskomplex Münster wird das Landgericht der Stadt heute voraussichtlich ein weiteres Urteil verkünden. Am ersten Prozesstag am Mittwoch, der zum Schutz der Opfer weitestgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wurde, hatte der 45-jährige Angeklagte ein Geständnis abgelegt. Dem Berliner mit Zweitadresse in Magdeburg wird der schwere sexuelle Missbrauch eines Kindes in drei Fällen sowie der Besitz von kinderpornografischen Schriften in fünf Fällen vorgeworfen.

Am zweiten Prozesstag soll noch ein Zeuge vernommen werden. Nach den Plädoyers von Anklage, Nebenklägern und Verteidigung soll dann voraussichtlich das Urteil folgen. Ursprünglich hatte das Landgericht noch Termine bis Mai angesetzt. Die werden durch das Geständnis jetzt nicht mehr benötigt. Bei dem Opfer soll es sich um einen heute elf Jahre alten Jungen aus Münster handeln, der in dem Komplex bereits laut den Ermittlern wiederholt Opfer von schwerem Missbrauch geworden war.

Münster ist neben Lügde und Bergisch Gladbach einer von drei großen Tatkomplexen in Nordrhein-Westfalen, die seit dem Jahr 2019 aufgedeckt wurden. Es geht dabei um sexuelle Gewalt an einer Vielzahl von Kindern und um große Netzwerke mit zahlreichen Beteiligten und Opfern. In dem Komplex gibt es über 40 Tatverdächtige, von denen rund 30 in Untersuchungshaft sitzen. Etwa 30 Kinder sollen Opfer geworden sein. Im Hauptprozess vor dem Landgericht Münster werden im Frühjahr die Urteile erwartet.

© dpa-infocom, dpa:210408-99-130666/2

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