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ÖPNV

VRR: Start des 9-Euro-Tickets Anfang Juni realistisch

Gelsenkirchen (dpa/lnw)

Die Folgen der Corona-Pandemie machen dem VRR weiter zu schaffen. Zugleich sorgen hohe Energiepreise für Zusatzbelastungen. Groß ist das Interesse am bundesweiten 9-Euro-Ticket. Der Verbund hofft nur, dass Bestands-Abonnenten dafür nicht ihre Dauertickets kündigen.

Von dpa

Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) rechnet aktuell mit einem Start des 9-Euro-Monatstickets Anfang Juni. Das sei ein realistischer Zeitpunkt, sagte VRR-Vorstand José Luis Castrillo am Dienstag bei der Jahresbilanz des Verkehrsverbundes. Auch Bestands-Abo-Kunden würden davon profitieren. Niemand müsse mit Blick auf das verbilligte Angebot sein bestehendes Abonnement kündigen, betonte der VRR-Vorstand. Die Tickets sollten nicht nur digital, sondern auch an Automaten zu erwerben sein. Details würden derzeit vorbereitet.

Die Spitzen von SPD, Grünen und FDP hatten beschlossen, dass bundesweit für 90 Tage eine Fahrkarte im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) für 9 Euro pro Monat eingeführt werden soll, damit Autofahrer angesichts der hohen Spritpreise umsteigen.

Die hohen Energiekosten belasteten die Unternehmen verbundweit erheblich, sagte VRR-Vorstandssprecher Ronald R.F. Lünser. Allein im Schienenpersonennahverkehr habe es bereits im vergangenen Jahr 25 bis 30 Prozent höhere Kosten - etwa 15 Millionen Euro zusätzlich - gegeben. 2022 seien ähnliche Zusatzbelastungen zu erwarten. Außerplanmäßige Fahrpreiserhöhungen seien dennoch nicht geplant, sagte Lünser. Der VRR hatte zuletzt zum Beginn dieses Jahres die Preise um durchschnittlich 1,7 Prozent angehoben.

Busse und Bahnen der Unternehmen des Verkehrsverbundes seien im ersten Quartal dieses Jahres wieder deutlich voller, sagte Castrillo. «Wir sind bei 70 bis 80 Prozent.» Allerdings werde es voraussichtlich noch bis zum Jahr 2024 dauern, bis das Niveau der Vor-Corona-Zeit wieder erreicht sei.

2021 hatten die Unternehmen des Verbundes erneut Rückgänge bei den Ticketumsätzen von 4,5 Prozent auf 1,048 Milliarden Euro hinnehmen müssen. Im Jahr 2020 waren die Umsätze um 233,5 Millionen Euro auf insgesamt 1,097 Milliarden Euro gefallen - ein Minus von 17,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, wie der VRR mitgeteilt hatte. Der VRR versorgt 7,8 Millionen Menschen im Verkehrsgebiet an Rhein und Ruhr und zählt damit zu den größten Verkehrsverbünden Europas.

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