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Trockenheit verschärft Situation für Bäume

Waldbauernverband fürchtet neue Katastrophe

Steinfurt/Düsseldorf

Die Wälder in Nordrhein-Westfalen leiden unter der lang anhaltenden Trockenheit der vergangenen Tage. Nach Ansicht des Waldbauernverbandes NRW markieren die jetzt mittlerweile fünf niederschlagsfreien Wochen nach den Dürresommern 2018 und 2019 den Beginn einer Waldkatastrophe für das laufende Jahr.

Frank Polke

Trockenes Laub liegt in einem Wald im Stadtteil Ronsdorf bei Wuppertal auf dem Boden. Foto: dpa

„Es muss leider erwartet werden, dass in diesem Jahr wieder ganze Waldbestände durch Borkenkäfer absterben werden und auch unsere heimischen Buchen und Eichen irreversible Schäden erleiden“, sagt der Vorsitzende des Verbandes, Philipp Freiherr Heere­man, gestern.

Und aktuell droht noch eine besondere Gefahr: Die Waldbrände der vergangenen Tage haben ganze Ökosysteme vernichtet. Heere­man: „Es werden weitere Waldbrände durch das trockene Wetter folgen. Denn durch Borkenkäferbefall und Sturmschäden liegen riesige Mengen ausgetrockneter und leicht entflammbarer Baumkronen, Äste und Reisig auf den Flächen. Da reichen bereits wenige Funken aus, um trockene Gräser, Sträucher und Astmaterial zu entzünden.“ Die Dürre und der Borkenkäferbefall haben gerade im Münsterland schwere Schäden in den Waldbeständen angerichtet.

Die Waldbesitzer können die riesigen Mengen an Schadholz nicht aus eigener Kraft aus den Wäldern holen. Doch die versprochene Landeshilfe zur Flächenräumung der Schadflächen lasse immer noch auf sich warten. „Das bereits im Dezember zugesagte umfangreiche Förderpaket von Bund und Ländern fließt nicht ab. Es ist schon dramatisch, dass die Umsetzung in NRW so lange dauert“, bedauert Heereman. „Wir fühlen uns im Stich gelassen.“

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