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Waldbrände: Feuerwehrkräfte aus NRW nach Athen gestartet

Bonn (dpa/lnw)

Seit mehr als einer Woche kämpft Griechenland gegen verheerende Waldbrände. Dutzende Ortschaften wurden evakuiert, viele Einsatzkräfte sind entkräftet. Unterstützung kommt nun auch aus Nordrhein-Westfalen.

Von dpa

Feuerwehrleute und Freiwillige versuchen ein Feuer in Afidnes, etwa 30 Kilometer von der griechischen Hauptstadt Athen entfernt, zu löschen. Foto: Marios Lolos/XinHua/dpa

Knapp 60 Einsatzkräfte aus Nordrhein-Westfalen sind am Sonntagmorgen aus Bonn in die Waldbrandgebiete nahe Athen gestartet. Ein Konvoi aus 19 Fahrzeugen setzte sich in Gang, um den Kampf gegen die verheerenden Flammen in Griechenland zu unterstützen. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, die spezialisierte Einheit mit Kräften aus Bonn, Königswinter und Leverkusen werde auf dem Land- und Wasserweg voraussichtlich am Donnerstag am Zielort eintreffen. Unter den insgesamt 56 Kräften seien 48 Feuerwehrleute, 4 Fachberater für Vegetationsbrandbekämpfung und 4 Helfer von Bonner Hilfsorganisationen.

Laut Feuerwehr war über die Europäische Union ein entsprechendes Hilfeersuchen auch an Deutschland gerichtet worden. Man habe diesen «aufwendigen und nicht alltäglichen Einsatz» zügig geplant, um in Richtung Griechenland ausrücken zu können. Es handele sich um den ersten Einsatz der Einheit, die 2019 von den drei Feuerwehren für die Bekämpfung von Vegetationsbränden innerhalb der EU gebildet worden sei. Einsatzort sei der Großraum Athen.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) sagte der Deutschen Presse-Agentur vor dem Start des Konvois: «Vor wenigen Tagen erst haben wir selbst europäische Unterstützung nach der Flutkatastrophe erfahren.» Nun machten sich fast 60 Feuerwehrleute und Hilfskräfte aus NRW auf den Weg, um in Griechenland gegen die Flammen zu kämpfen. «Das ist gelebte Solidarität.» Es zeige sich, «dass die Vorbereitungen im Rahmen des europäischen Katastrophenschutzes, die wir auch in NRW getroffen haben, sinnvoll waren», betonte Reul am Samstag.

Das Europäische Katastrophenschutzverfahren sieht nach Angaben der Feuerwehr für solche Großbrände sogenannte Waldbrandmodule vor, die kurzfristig und gut vorbereitet innerhalb der EU angefordert werden könnten. Ein solches Modul bestehe aus geländefähigen Löschfahrzeugen, einer Führungs- und einer Versorgungseinheit. Nach einer Woche vor Ort sei die Rückfahrt ins Rheinland geplant, hieß es in Bonn.

Auch das Technische Hilfswerk schickt Experten nach Griechenland. Man werde die Feuerwehrkontingente aus der Bonner Region sowie aus Hessen unterstützen, teilte das THW am Sonntag mit. 15 Einsatzkräfte sollten ab der kommenden Woche den Feuerwehrteams im Raum Athen in den Bereichen Logistik und Materialinstandsetzung tatkräftig zur Seite stehen. Am Samstag hatte das Bundesinnenministerium mitgeteilt, dass Deutschland aktiv Hilfe angeboten habe.

Feuerwehrkräfte aus NRW, Hessen und das Technische Hilfswerk rüsteten sich für Einsätze in Griechenland, hatte ein Sprecher der dpa in Berlin gesagt. Deutschland habe zudem angeboten, die Waldbrandbekämpfung mit der Anmietung von geeigneten Hubschraubern mit der erforderlichen Traglast zu unterstützen.

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