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Sportboote

Wassersportbranche spürt Auswirkungen der hohen Inflation

Düsseldorf (dpa)

Vor allem die Hersteller kleinerer Boote bemerken einen Rückgang der Nachfrage. Deutlich stabiler sei das Interesse für größere Jachten, heißt es kurz vor der Eröffnung der Wassersportmesse Boot in Düsseldorf.

Von dpa

Die Yacht Sunseaker 95Y auf dem Weg zur Wasserportmesse Boot in den Messehallen in Düsseldorf. Foto: Roberto Pfeil/dpa/Archivbild

Auch die Wassersportbranche bekommt die Auswirkungen der hohen Inflation zu spüren. Nach einer am Donnerstag veröffentlichen Branchenumfrage des Bundesverbandes Wassersportwirtschaft (BVWW) spüren vor allem die Hersteller kleinerer Motorboote eine deutliche Kaufzurückhaltung der Kunden. Auch bei kleineren Segelbooten sei die Nachfrage rückläufig.

«Die Einsteigerklasse bis 30.000 oder 40.000 Euro schwächelt», sagte BVWW-Geschäftsführer Karsten Stahlhut auf einer Pressekonferenz anlässlich der Wassersportmesse Boot, die am 21. Januar in Düsseldorf ihr Tore öffnet. Der Grund liege auf der Hand: Der klassische Einsteigerkunde verfüge in der Regel nicht über große finanzielle Spielräume und liquide Mittel. Deshalb lege diese Zielgruppe vermutlich das Ersparte zurzeit lieber für die Nebenkostenabrechnung an die Seite, anstatt ein Boot zu finanzieren.

Ganz anders sieht die Situation bei den großen Jachten aus. «Bei den Segelbooten gilt: Je größer die Boote, je stabiler die Nachfrage», sagte Stahlhut. Und auch bei den Motorbooten sei die Situation bei den größeren Varianten mit mehr als 12 Metern Länge am besten. Menschen, die über ein höheres Vermögen verfügten, gingen offensichtlich der Inflation aus dem Weg und investierten in «schöne Dinge». Deutlich zugenommen hat nach Angaben des Verbandes die Nachfrage nach Booten mit Elektroantrieb. Knapp drei Prozent der Bestandsboote verfüge mittlerweile darüber - mit deutlich steigender Tendenz.

Wer sich ein neues Boot anschafft - egal ob elektrisch oder mit konventionellem Antrieb, steht allerdings gleich vor der nächsten Herausforderung: einen freien Liegeplatz zu finden. Denn die sind inzwischen Mangelware in Deutschland. «Voll ist voll», meinte Stahlhut.

In den Jahren 2020 und 2021 hatte die Corona-Pandemie noch wie ein Booster für die Wasserportindustrie gewirkt. Viele Neueinsteiger entdeckten den Wassersport für sich. Noch vor einem Jahr feierte die Branche deshalb laut BVWW in konjunkturelles Allzeithoch. Die Auftragsbücher der Werften seien immer noch für die nächsten 18 Monate gut gefüllt, sagte Stahlhut.

Auf der Wassersportmesse Boot präsentieren zwischen dem 21. und 29. Januar rund 1500 Aussteller ihre Angebote von der Großjacht bis zur Taucherausrüstung.

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