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Gesundheit

Weniger Astrazeneca: Impfstart in Praxen erst nach Ostern

Es hakt mit der Astrazeneca-Versorgung. Nach deutlichen Kürzungen der Impfstoff-Lieferungen an das Land NRW und damit die Impfzentren landen Impfwillige auf Wartelisten. Impfungen in Praxen müssen verschoben werden.

dpa

Eine Flüssigkeit tropft aus der Kanüle einer Spritze. Foto: Karl-Josef Hildenbrand

Düsseldorf/Bonn (dpa/lnw) - Die bundesweit deutlich geringeren Auslieferungen des Astrazeneca-Impfstoffes bremsen das Impftempo in Nordrhein-Westfalen. In der laufenden zwölften Kalenderwoche (ab 22.3.) werde NRW statt der geplanten 144 000 nur 43 200 Dosen bekommen. Das habe der Bund mitgeteilt, erklärte eine Sprecherin des NRW-Gesundheitsministeriums am Dienstag. Impfstoff für die Impfzentren werde deshalb nur «in verminderter Form» bereitgestellt. Die Impfzentren würden rechtzeitig informiert.

Die Stadt Bonn reduzierte daraufhin Impftermine etwa für Lehrer und Kita-Personal. Im Bonner Impfzentrum seien 1600 noch freie Impftermine zurückgenommen und Anfragen von Impfwilligen auf eine Warteliste gesetzt worden, hatte die Stadt bereits am Montag mitgeteilt. Zu Absagen von bereits gebuchten Terminen sei es aber nicht gekommen.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein teilte mit, dass sich der geplante Impfstart in den Arztpraxen wegen der Impfstoff-Verknappung bis nach Ostern verschiebe. Der Start sei jetzt nicht mehr für den kommenden Montag (29.3.), sondern für den 6. April vorgesehen, teilte die KV in einem Schreiben an niedergelassene Ärzte mit. Das NRW-Gesundheitsministerium habe die KV zuvor über die Liefereinschränkungen informiert.

Vergangene Woche hatte das Land angekündigt, 150 000 Impfdosen aus der Landesreserve bereitzustellen. Hierbei handele es sich um Biontech- und Moderna-Impfstoff, der eigentlich für die notwendigen Zweitimpfungen zurückgehalten worden sei, erklärte die Sprecherin. Dieser Stoff könne nun für eine Beschleunigung des Impfvorgangs eingesetzt werden, da der Bund für den April größere Biontec- und Moderna-Lieferungen angekündigt habe. Die zusätzlichen Impfdosen aus den Rücklagen würden für über-80-Jährige verwendet.

NRW hatte die vorübergehend ausgesetzten Impfungen mit Astrazeneca-Impfstoff erst am vergangenen Freitag wieder aufgenommen. Zuvor hatte die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) den zugelassenen Impfstoff erneut auf den Prüfstand gestellt, nachdem in einigen europäischen Ländern Auffälligkeiten bekannt geworden waren. Am Donnerstag hatte die EMA aber die Sicherheit des Astrazeneca-Vakzins bekräftigt - allerdings mit einer extra Warnung vor möglichen seltenen Fällen von Blutgerinnseln (Thrombosen) in Hirnvenen.

© dpa-infocom, dpa:210323-99-936731/5

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