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Notfälle

Weniger Weltkriegsbomben gefunden: Corona-Effekt

Köln, Bonn, Düsseldorf: In einigen Großstädten mussten 2020 für Bombenentschärfungen Gebäude geräumt werden. Es wurden aber weniger Weltkriegsbomben gefunden. Das hat auch etwas mit Corona zu tun.

dpa

Eine entschärfte Weltkriegsbombe liegt in einer Baustelle. Foto: Fredrik von Erichsen

Düsseldorf (dpa/lnw) - Die Zahl der gefundenen Weltkriegsbomben ist in Nordrhein-Westfalen im vergangenen Jahr deutlich um gut ein Drittel gesunken. Landesweit wurden 197 Sprengbomben mit einem Gewicht von 50 Kilogramm und mehr entdeckt, wie das Innenministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Im Jahr zuvor waren noch 307 größere Bomben gefunden und entschärft worden. Solche größeren Fundstücke können auch eine Evakuierungen zur Folge haben. Mehr als 75 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges tauchen immer noch vielerorts solche gefährlichen Sprengmittel auf.

Nach Angaben des NRW-Innenministeriums ist wegen der Corona-Pandemie die Suche im Gelände auf der Grundlage von Luftbildern zurückhaltender angegangen worden. «Dies bedeutet, dass selbstverständlich alle tatsächlichen Funde fachgerecht beseitigt wurden, die aktive Suche nach größeren Bomben jedoch reduziert wurde», erklärte ein Sprecher. Damit sollten mögliche zusätzliche Evakuierungen, von denen eine größere Anzahl an Menschen betroffen sein könnte, vermieden werden.

Üblicherweise werden bei den Evakuierungen, die sicherheitshalber unmittelbar vor den Bombenentschärfungen erfolgen, Sammelstellen eingerichtet. Dort können sich Anwohner während der Entschärfung aufhalten. In Zeiten der Corona-Pandemie muss dabei aber auch die Ansteckungsgefahr beachtet werden. Außerdem können unter den betroffenen Anwohnern Menschen sein, die unter Quarantäne stehen.

Jede zweite größere Weltkriegsbombe war im Jahr 2018 durch das Auswerten von Luftbildern entdeckt worden. Außerdem hatte eine höhere Bautätigkeit im Bundesland zu einem Anstieg der Blindgänger-Funde geführt. In den ersten neun Monaten 2019 war statistisch gesehen sogar fast jeden Tag eine größere Weltkriegsbombe gefunden worden.

In Köln war im Oktober eine Weltkriegsbombe kontrolliert gesprengt worden, die nicht entschärft werden konnte. In Bonn musste im April eine Bombe auf dem Gelände der Uniklinik entschärft werden. Dabei mussten auch Patienten verlegt werden. Die Schutzmaßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus spielten dabei ebenfalls eine Rolle.

Zuvor hatten in Köln im Januar 2020 Teile der Universitätskliniken geräumt werden müssen. In Düsseldorf waren im Januar 2020 fast 12 000 Menschen von einer Evakuierung betroffen. Bei Bauarbeiten auf dem Gelände einer ehemaligen Justizvollzugsanstalt im Stadtteil Derendorf war damals ein 500 Kilogramm schwerer Blindgänger entdeckt worden.

© dpa-infocom, dpa:210214-99-433758/2

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