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Mutterkonzern Abellio hofft auf Rettung

Westfalenbahn fährt weiter

Bielefeld/Hannover

Die Westfalenbahn bleibt erhalten. Der private Bahnbetreiber ist auf mehreren Routen unterwegs, auch auf für Pendler wichtigen Verbindungen im Münsterland. Das Bahnunternehmen mit niederländischen Wurzeln ist aber angeschlagen und hofft auf Hilfen. 

Von Jan-Henrik Petermann

Die Westfalenbahn fährt unter anderem von Münster über Rheine nach Norddeich und von Rheine nach Osnabrück. Foto: Westfalenbahn

Das niederländische Verkehrsunternehmen Abellio will seine Marke Westfalenbahn im regionalen Zugnetz von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen erhalten. „Der erbrachte Schienenpersonennahverkehr ist dauerhaft gesichert“, stellte der Deutschland-Sitz in Berlin am Dienstag klar. Zuvor hatte es erneut Spekulationen gegeben, im Fall eines negativen Ausgangs des Schutzschirmverfahrens bei der finanziell angeschlagenen Westfalenbahn könnten möglicherweise Strecken aufgegeben werden.

Der private Bahnbetreiber ist in Nordwestdeutschland auf mehreren Routen unterwegs - etwa auf der auch für Pendler wichtigen Verbindung von Braunschweig über Hannover und Minden und Osnabrück nach Rheine. Züge fahren zudem von Münster durchs Emsland bis nach Ostfriesland. Nicht nur der Fahrgastbetrieb stehe weiterhin, betonte Abellio. „Auch die Arbeitsplätze der rund 300 Beschäftigten bleiben sicher.“

Geschäftsführung bleibt im Amt

Ziel sei es, das laufende Schutzschirmverfahren Anfang kommenden Jahres abschließen zu können. Bei einem solchen Vorgehen wird ein in die Krise geratenes Unternehmen vor dem Zugriff der Gläubiger geschützt, ohne dass förmlich Insolvenzantrag gestellt werden muss. Die Geschäftsführung bleibt im Amt, um den Betrieb zu sanieren. Ihr wird jedoch ein sogenannter Sachwalter zur Seite gestellt. Auch andere deutsche Abellio-Gesellschaften sind unter dem Schutzschirm.

Die Westfalenbahn selbst wird von Bielefeld aus gesteuert. Ihr Gläubigerausschuss habe sich nun für „ein weiterführendes Angebot des bisherigen Gesellschafters“ ausgesprochen, teilte Abellio mit.

Westfalenbahn-Chef Rolf Schafferath erklärte: „Wir freuen uns, dass mit der weiteren Einbindung in den Abellio-Konzern eine langfristige Lösung erzielt werden konnte. Der Zugbetrieb im Emsland- und Mittellandnetz ist für unsere Fahrgäste dauerhaft gewährleistet.“ Sachwalter Rainer Eckert ergänzte: „Die erzielte Gesellschafterlösung ist die wirtschaftlichste Option für alle Gläubiger. Zudem bedeutet sie vor allem Sicherheit für die Fahrgäste und die Beschäftigten.“

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