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Ministerin gibt Antwort

Wie geht es weiter mit Bahnfirma Abellio?

Düsseldorf

Wer den Regionalzug oder die S-Bahn nimmt, der könnte dabei auf die Verkehrsdienste von Abellio angewiesen sein. Bleibt das auch künftig so? Das Bahnunternehmen mit niederländischen Wurzeln ist angeschlagen - es hofft auf Hilfen, die letztlich vom Staat kommen.

Von Wolf Dewitz

Ina Brandes (CDU), neue Verkehrsministerin von Nordrhein-Westfalen, gibt im Anschluss an die Kabinettssitzung im Ständehaus K2. Foto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd

Nordrhein-Westfalens Verkehrsministerin Ina Brandes (CDU) informiert am späten Mittwochnachmittag den Verkehrsausschuss des Landtags über den Verhandlungsstand mit dem kriselnden Regionalbahnunternehmen Abellio. Die Tochter der Niederländischen Staatsbahn macht in Deutschland seit langem Verluste. Das liegt unter anderem an Strafzahlungen, weil Züge wegen Baustellen verspätet sind, und an stark gestiegenen Personalkosten. Dafür ist Abellio nicht verantwortlich - und deshalb sollte die Firma finanziell entlastet werden, so die Forderung des Regionalbahnunternehmens. Die Firma durchläuft derzeit ein sogenanntes Schutzschirmverfahren, eine Form des Insolvenzverfahrens.

Eine Einigung von Abellio mit allen Aufgabenträgern über neue Verträge gab es bis Dienstag noch nicht. Mit Aufgabenträgern sind in NRW die Nahverkehrsverbünde gemeint, darunter der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR). Es geht darum, wie weit besagte Aufgabenträger - und damit letztlich der Staat und der Steuerzahler - Abellio entgegenkommen und mehr Geld zahlen oder andere vertragliche Erleichterungen zulassen.

Abellio ist wichtig für viele Pendler: Etwa jeder sechste Zugkilometer im Schienen-Personen-Nahverkehr (SPNV) von NRW wird von Abellio-Zügen gefahren, darunter ist der RE 1 von Aachen über Köln nach Hamm. Sollte sich die Abellio Rail GmbH nicht mit den Aufgabenträgern einigen, droht ihr der Marktaustritt zum Februar 2022 - dann müssten andere Bahnunternehmen die Strecken per Notvergabe übernehmen.

Die Firma hat nach eigenen Angaben 1060 Beschäftigte. Eine andere Tochter, die Westfalenbahn, konnte unlängst eine Einigung verkünden - sie wird auch künftig weiterfahren. Diese Firma bedient vor allem Strecken in Niedersachsen, auf NRW entfallen nur wenige Zugkilometer - und zwar ab Münster und ab Rheine bis weit in das benachbarte Bundesland hinein.

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