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Neue Corona-Regeln nach Herbstferien

Wieder Maskenpflicht im Unterricht in NRW

Düsseldorf

Wenige Tage vor dem Ende der Herbstferien bekennt das Schulministerium Farbe: Es wird wieder eine Maskenpflicht im Unterricht geben. Zudem gibt es 50 Millionen Euro für Luftreinigungsanlagen.

Hilmar Riemenschneider

Ein Mundschutz liegt in einem Klassenzimmer auf Schulbüchern. Foto: Marijan Murat

Nach den Herbstferien müssen die Schülerinnen und Schüler ab Klasse 5 auch wieder während des Unterrichts Atemschutzmasken tragen. Von dieser bis zum Beginn der Weihnachtsferien verordneten Maskenpflicht blieben die Grundschulen ausgenommen, kündigte Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch in Düsseldorf an.

Anders als im Sommer gilt diese Corona-Schutzmaßnahme damit für einen deutlich längeren Zeitraum. Lehrkräfte können nur auf eine Mund-Nasen-Bedeckung verzichten, solange sie 1,5 Meter Abstand einhalten. In einer zeitgleich versandten Schulmail verwies die Ministerin auch auf die Lüftungsempfehlungen des Umweltbundesamtes, das unter anderem Stoß­lüften alle 20 Minuten anrät. Dabei sinke die Raumtemperatur laut Experten nur um zwei bis drei Grad, betonte Gebauer.

Sonder­programm für Luftfilteranlagen 

Für Schulgebäude, in denen Klassenräume oder Sporthallen nicht belüftet werden können, stellt das Land in einem Sonder­programm 50 Millionen Euro zur Verfügung, damit die Kommunen Luftfilteranlagen anschaffen können. Damit könnten mehr Räume für den Unterricht genutzt werden, erklärte Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU).

Eine Umfrage habe ergeben, dass in 303 Kommunen das Lüften funktioniere – in 39 indes gebe es vereinzelte Probleme, etwa mit innenliegenden Räumen. Aus 85 Städten fehle die Rückmeldung.

Der direkte Unterricht in den Klassen bleibt für Gebauer das Maß aller Dinge. Das Robert-Koch-Institut habe erklärt, dass Kinder und Jugendliche keine Treiber der Corona-Pandemie seien. Durch den Lockdown im Frühjahr hätten viele Schüler soziale Defizite erlitten. Für die Ministerin bedeutet das, „dass wir den Präsenzunterricht für alle Kinder so lange wie möglich aufrechterhalten müssen“. Die Aufteilung in kleinere Gruppen schließe einen Teil der Klassen aus. Schulen seien aber keine Hotspots. Lernen auf Distanz soll es nur in Einzelfällen geben.

Im bevölkerungsreichsten Bundesland beginnt am Montag für rund 2,5 Millionen Schüler wieder der Unterricht nach den Herbstferien. NRW gehört laut Lagebericht des Robert Koch-Instituts weiterhin zu den Bundesländern mit einer überdurchschnittlich hohen Zahl an Neuinfektionen: Die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz lag am Mittwoch bei 67 - der Bundesdurchschnitt lag bei 51,3.

Kommentar

Nicht angenehm, eher störend, aber vernünftig: Mit der Rückkehr zur Maskenpflicht auch während des Unterrichts mutet Schulministerin Gebauer den Schülerinnen und Schülern ab der fünften Klasse erneut eine empfindliche Einschränkung zu. Einen effizienteren Schutz gibt es aber nicht, damit der Präsenzunterricht weiterlaufen kann. Allen Befürchtungen und Warnungen zum Trotz sind die Schulen kein Hotspot einer unkontrollierten Corona-Ausbreitung. Das Gegenteil ist der Fall.

Die Erfahrung, dass 98 Prozent aller Schülerinnen und Schüler wieder einen halbwegs geregelten Lernalltag erleben, ermöglicht einen gelasseneren Blick ohne Panik auf steigende Inzidenz-Werte, zumal es Schulen selten hart trifft. Gerade weil aber die Folgen des Lockdowns weit über Wissenslücken hinausgehen, muss Präsenzunterricht Plan A bleiben. Ein Schichtbetrieb als Alternative stößt an Machbarkeitsgrenzen und schafft neue soziale Grenzen, weil er Teilhabe einschränkt.

Unverständlich bleibt derweil, warum das Land erst zum Ende der Herbstferien das Geld für Luftfilter bereitstellt. Auch wenn der Schritt lobenswert ist – er kommt angesichts sinkender Temperaturen reichlich spät.

von Hilmar Riemenschneider

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