1. www.wn.de
  2. >
  3. Nrw
  4. >
  5. Windenergie-Lobby: 1000-Meter-Regel bremst weiteren Ausbau

  6. >

Energie

Windenergie-Lobby: 1000-Meter-Regel bremst weiteren Ausbau

Immer wieder wird in Nordrhein-Westfalen heftig um den Bau von Windrädern gestritten - meist müssen die Gerichte entscheiden. Die Landesregierung will dem mit neuen Regeln ein Ende setzen. Das habe fatale Folgen, warnen Vertreter der erneuerbaren Energien

dpa

Die geplanten neuen Abstandsregeln für Windräder werden nach Einschätzung des LEE den Ökostromausbau in NRW blockieren. Foto: Patrick Pleul

Düsseldorf (dpa) - Die von der Landesregierung geplanten neuen Abstandsregeln für Windräder werden nach Einschätzung des Landesverbands Erneuerbaren Energien (LEE) den Ökostromausbau in Nordrhein-Westfalen blockieren. Nicht nur der Neubau von Windkraftlagen drohe zum Erliegen zu kommen, auch der Ersatz alter durch leistungsstärkere Windräder werde in weiten Teilen des Landes unmöglich gemacht, sagte der LEE-Landesvorsitzende Rainer Priggen am Montag. Es zeichne sich ab, «dass es in NRW einen Rück- statt eines Zubaus für die Windenergie geben wird».

Eine vom LEE in Auftrag gegebene Untersuchung zeige, dass bei Umsetzung der Pläne der Landesregierung nur noch maximal 0,64 Prozent der Landesfläche für die Windkraftnutzung übrig blieben, betonte Priggen bei einer Online-Pressekonferenz. In knapp der Hälfte aller NRW-Kreise und kreisfreien Städte werde kein Windkraftausbau mehr möglich sein.

Nach den Plänen der Landesregierung sollen Windräder sollen in Nordrhein-Westfalen einen Mindestabstand von 1000 Metern zur nächsten Wohnbebauung halten. Diese Vorschrift soll auch für kleinere Siedlungen mit mindestens zehn Wohngebäuden gelten. Schwarz-Gelb will mit dieser Vorgabe den Dauerstreit in vielen Regionen des Landes um den Bau von Windrädern befrieden. Die Landesregierung verweist auf eine Windpotenzialstudie des Landesumweltamts (Lanuv), nach der Erreichung des Ausbauziels mit der 1000-Meter-Regel «grundsätzlich möglich» ist.

Der LEE sieht dadurch aber die Ausbauziele des Landes bei der Windkraft massiv gefährdet. Danach soll die Gesamtleistung der in NRW installierten Windräder von 6200 Megawatt bis zum Jahr 2030 auf 10 500 Megawatt steigen. Auf den künftig noch für den Neubau und die Erneuerung von Windrädern möglichen Flächen könnten nach den Berechnungen nach Energiedatenanalysen Nefino nur gut 7200 Megawatt installiert werden.

Priggen forderte, beim Ersatz alter Windräder, dem sogenannten Repowering, auf den pauschalen 1000-Meter-Abstand zu verzichten. Außerdem müsse der Bau neuer Windräder auch im Wald möglich bleiben. Wenn in Gemeinden mit einem Waldanteil von mehr als 50 Prozent auf geeigneten Flächen Windräder gebaut werden dürften, gebe es ein zusätzliches Potenzial von gut 11 000 Megawatt.

© dpa-infocom, dpa:210419-99-262336/2

Startseite