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Kirche

Woelki: Benedikt nach üblichen Maßstäben nicht zu beurteilen

Köln (dpa)

Im Kölner Dom ist am Samstag eine Totenmesse für den vor einer Woche verstorbenen Papst Benedikt XVI. gefeiert worden. Kardinal Rainer Maria Woelki sagte, Benedikt - mit bürgerlichem Namen Joseph Ratzinger - habe sich in seinem Wirken ganz von dem Glauben leiten lassen, dass Jesus tatsächlich der Sohn Gottes gewesen sei. «Die Erinnerung und das Lebendighalten dieser Mitte war für ihn die einzig wahre Reform, die unsere Kirche heute nötig hat», sagte Woelki. «Alle anderen Reformen müssen sich von dieser entscheidenden Reform her ergeben.» Woelki ist selbst ein Gegner des derzeitigen Reformkurses in der katholischen Kirche in Deutschland.

Von dpa

Ein Foto des emeritierten Papstes Benedikt XVI. steht im Kölner Dom. Foto: Federico Gambarini/dpa/Archivbild

In den vergangenen Tagen habe sich mancher berufen gefühlt, die Amtszeit Benedikts theologisch, vor allem aber kirchenpolitisch einzuordnen und zu beurteilen, sagte Woelki. «Nicht wenige folgten dabei den heute gängigen Mustern weltlicher und kirchlicher Kritik vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Sicht auf das, was Kirche ist oder wie sie sein sollte oder wie sie nach ihrer Ansicht auf jeden Fall zu sein hätte.» Nach diesen Maßstäben könne Benedikt aber nicht beurteilt werden.

Benedikt war vor einer Woche im Alter von 95 Jahren im Vatikan gestorben. Mit dem Erzbistum Köln hatte er viele Verbindungen. So begleitete er Kardinal Josef Frings in den 1960er Jahren als theologischer Berater zum Zweiten Vatikanischen Konzil und lehrte einige Jahre an der Universität Bonn. Der Besuch des Weltjugendtags in Köln wenige Monate nach seiner Wahl zum Papst 2005 gilt als einer der Höhepunkte seines Pontifikats.

Zu den Teilnehmern des Requiems gehörten auch zwei Mitglieder der Landesregierung, Europa-Minister Nathanael Liminski und Bauministerin Ina Scharrenbach (beide CDU).

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