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Wohnkomplex in Essen in Flammen - «Es glich einem Inferno»

Essen (dpa)

«Feuer! Feuer!» Am frühen Montagmorgen gerät in Essen ein großer Wohnkomplex in Brand, Sturmböen fachen das Feuer zusätzlich an. Ein Anwohner schildert eine dramatische Rettungsaktion.

Von Helge Toben und Christoph Driessen, dpa

Flammen schlagen aus einem Wohnkomplex in voller Breite. Foto: Stephan Witte/KDF-TV/dpa

Einen solchen Brand hat die Essener Feuerwehr noch nicht erlebt: Ein riesiger Wohnkomplex mit etwa 100 Bewohnern stand am frühen Montagmorgen plötzlich in Flammen. Die Windböen von Sturm «Antonia» fachten den Brand zusätzlich an, so dass das Gebäude binnen kürzester Zeit ausbrannte. Fast ein Wunder: Es wurden zunächst nur drei Verletzte gemeldet. Sie kamen mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

Etwa 100 Personen seien aus dem Komplex in Sicherheit gebracht worden, schilderte ein Feuerwehrsprecher. Das entspreche ungefähr der Zahl der dort wohnenden Menschen. Man habe das zwar noch nicht genau überprüfen können, «aber das kommt ungefähr hin». Die Feuerwehr war mit 150 Einsatzkräften vor Ort. Ein Ende der Löscharbeiten sei noch nicht abzusehen, sagte der Sprecher am Morgen. «Das ist sehr schwierig und teilweise gefährlich für die Einsatzkräfte momentan, da in jede Wohnung reinzugehen.» Die Bewohner wurden in einem nahegelegenen Hörsaal der Universität untergebracht.

Der 35 Jahre alte Lennart Diedrich war als direkter Anwohner einer der ersten Augenzeugen des Feuers. «So um zwei Uhr war's, als ich ins Bett gehen wollte und so die letzten Lichter ausgemacht habe und draußen «Feuer! Feuer!» geschrien wurde», berichtet Diedrich der Deutschen Presse-Agentur. «Und dann hab ich aus dem Fenster geschaut, und da kam da, wo die Jalousien so auf Halbmast hängen, Rauch raus. Da hab ich gesagt: «Ok, das ist ernster.»»

Er versuchte, die Feuerwehr zu rufen, zog sich an und rannte raus. «Dann kamen schon von der ganzen anderen Gebäudeseite Flammen hochgelodert. Es glich einem Inferno. Der Wind peitschte die Flammen an - Funken.» Kurz darauf traf der erste Feuerwehrwagen ein. Die Feuerwehrleute liefen ins Haus und riefen dann: «Wir brauchen mal Hilfe!» Diedrich folgte dem Aufruf zusammen mit zwei anderen Personen. «Dann sind wir hochgelaufen in dem Treppenhaus da, zu dritt. Und da war ein Rollstuhlfahrer, der den Fahrstuhl natürlich nicht mehr benutzen konnte und nicht runtergekommen ist. Da haben wir den zu dritt runtergetragen. Zwei hinten, ich hab vorne angepackt, haben ihn runtergetragen. Dann kam die Polizei, und es wurde alles evakuiert.»

Es sei dann unheimlich schnell gegangen. «Innerhalb von 20 Minuten stand das ganze Haus komplett in Flammen. Man hat das Gefühl, das ist ein Feuer-Inferno, in dem man sich hier befindet.» Am Montagmorgen schlugen immer noch Flammen aus dem ausgebrannten L-förmigen Gebäudekomplex.

Aufgrund der Löscharbeiten kam es zu Behinderungen im Berufsverkehr. Die Segerothstraße und die Friedrich-Ebert-Straße im Essener Westviertel waren nach Feuerwehr-Angaben voll gesperrt. Das Westviertel grenzt unmittelbar westlich an den Essener Stadtkern an.

Erst kürzlich hatte die «WAZ» über eine Serie von Bränden in der Stadt berichtet. Dreimal habe es innerhalb einer Woche im Eltingviertel nördlich des Stadtkerns gebrannt.

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