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Finanzminister über Bundeswehr

Lindner will «eine der schlagkräftigsten Armeen in Europa»

Berlin (dpa)

Damit werde man Deutschlands «Verantwortung in Europa» gerecht, erklärt der Finanzminister. Trotz Milliarden-Sondertopf für die Bundeswehr will Lindner ab 2023 die Schuldenbremse wieder einhalten.

Von dpa

«Unser Ziel, auch mein Ziel, ist, dass wir im Laufe dieses Jahrzehnts eine der handlungsfähigsten, schlagkräftigsten Armeen in Europa bekommen», sagt FDP-Finanzminister Christian Lindner. Foto: Eric Piermont/AFP/dpa

Finanzminister Christian Lindner will, dass die Bundeswehr mit der geplanten Milliarden-Investition zu einer der schlagkräftigsten Armeen in Europa wird.

«Unser Ziel, auch mein Ziel, ist, dass wir im Laufe dieses Jahrzehnts eine der handlungsfähigsten, schlagkräftigsten Armeen in Europa bekommen. Eine der am besten ausgerüsteten Armeen in Europa, weil das der Bedeutung Deutschlands, unserer Verantwortung in Europa entspricht», sagte der FDP-Chef im ARD-«Morgenmagazin».

Über ein Sondervermögen sollen mit neuen Schulden 100 Milliarden Euro bereitgestellt werden. Im Grundgesetz solle abgesichert werden, dass der Bundeswehr-Topf nicht durch wechselnde parlamentarische Mehrheiten modifiziert oder anders verwendet werden könne, sagte Lindner.

Aus Paris kam Lob für die Berliner Entscheidung: «Das ist ein gigantischer Sprung, den Deutschland unter dem Druck der Ereignisse vollzieht», sagte Frankreichs Europa-Staatssekretär Clément Beaune dem Sender Europe 1. Die Bundesrepublik erhöhe damit - gemeinsam mit anderen - die Sicherheit des Kontinents. Gerade in Krisen gehe Europa voran, s Beaune.

Linke: «Kein neues Wettrüsten»

Linke-Chefin Janine Wissler kritisierte die geplante massive Steigerung der Verteidigungsausgaben in Deutschland dagegen scharf. «Es darf kein neues Wettrüsten geben», sagte Wissler im Deutschlandfunk. Die Bundeswehr sei in den vergangenen Jahren schon massiv aufgerüstet worden. Nötig seien so schnell wie möglich wieder Abrüstungsverträge.

Aktuell hätte eine besser ausgerüstete Bundeswehr in der Ukraine überhaupt keinen Unterschied gemacht, sagte Wissler. «Die Situation jetzt ist dramatisch, aber wir müssen auch an morgen und übermorgen denken.»

Lindner will ab 2023 wieder Schuldenbremse einhalten

Im normalen Haushalt will Finanzminister Lindner ab 2023 trotz Milliarden-Sondertopf für die Verteidigung die Schuldenbremse wieder einhalten. Umso mehr müsse man dort mit jedem Euro sorgfältig umgehen und genau überlegen, was leistbar sei, betonte er.

«Wir werden in den nächsten Jahren alle öffentlichen Ausgaben priorisieren müssen.» Das passiere aber nicht wegen der Stärkung der Bundeswehr, sondern sei unabhängig davon ohnehin nötig. In diesem Jahr will Lindner wegen der Corona-Krise noch einmal 99,7 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen.

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