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Michael Böhnke ist Bootswart bei Vorwärts Gronau Mit Talent

Mit Talent und Herzblut bei der Sache

Im Leben von Michael Böhnke wird es nie richtig langweilig. Dafür hat der 64-Jährige vor rund zehn Jahren selbst gesorgt. Damals lockte ihn der Sportbootführerschein. Dass er über seine Leidenschaft für Wasser, Wind und Wellen schließlich bei der Wassersportabteilung von Vorwärts Gronau landen würde, ahnte er da noch nicht.

Michael Böhnke engagiert sich als Bootswart bei Vorwärts Gronau. Die Wassersportabteilung ist am Drilandsee angesiedelt. Foto: aho

Heute ist er als guter Geist hinter den Kulissen aus dem Vereinleben der Wassersportler nicht mehr wegzudenken. „Wenn man dem Rentenalter allmählich näher kommt, sollte man sich Gedanken machen, wie man seine Freizeit sinnvoll gestalten kann. Das tat ich“, berichtet der Ochtruper Böhnke über die Anfänge, die ihn auf Umwegen nach Gronau führten: Als er zufällig in der Zeitung las, dass die VHS die Abnahme eines Sportbootführerschein Binnen anbot, „war ich sofort Feuer und Flamme. Da mein Vater aus der Ostseeregion kommt, hatte ich schon immer etwas für Wasser, Wellen und Seeluft übrig“, betont er. Und dann drückte er noch einmal die „Schulbank“.

Zur Stellenbeschreibung des Bootswarts gehört auch die Reparatur der vereinseigenen Wasserfahrzeuge. Foto: ao

Da der Theorie für den Sportbootführerschein jedoch auch eine praktische Prüfung – bestehend aus verschiedenen Manövern und seemännischen Knoten – folgte, suchte er 2009 den Kontakt zur Wassersportabteilung von Vorwärts Gronau. „Ich wusste, dass auf dem Drilandsee mit vereinseigenen Booten gesegelt werden konnte und nutzte dies für die Vorbereitung auf den Binnenschein, dem kurz darauf der Sportbootführerschein See und der Sportküstenschifferschein folgten“, erzählt Böhnke. Den Vorwärtslern am Drilandsee fiel Böhnkes handwerkliches Geschick im Rahmen des Frühjahrsputzes und anderer Aktionen schnell auf. Und weil eine 230-köpfige Abteilung (davon 70 Jugendliche) ohne ehrenamtliches Engagement nicht funktionieren kann, freuten (und freuen) sie sich über Böhnkes Talente. Als der frühere Bootswart, Karl- Heinz Lange, 2011 sein Amt  zur Verfügung stellte, war mit Michael Böhnke rasch ein Nachfolger für diese Position gefunden.

„Michael ist ein sehr ruhiger Zeitgenosse, der lieber im Hintergrund aktiv ist. Er kann einfach alles, was mit Elektrik, Konstruktion, Holzoder Dreharbeiten zu tun hat. Erst kürzlich hat er sich bei der Erneuerung der Steganlage mit einer innovativen Idee eingebracht – das sollte er sich patentieren lassen“, ist Abteilungsleiter Jürgen Loos rundum begeistert von dem Allround-Talent. „Die Fingerfertigkeit habe ich aus meinen frühen Berufsjahren als Uhrmacher und Augenoptiker“, vermutet Böhnke. Beides Berufe, in denen Feingefühl und eine gehörige Portion Geduld immer eine große Rolle spielten.

Mit kreativen Arbeiten wie den kleinen Segelschiffen verschönert Michael Böhnke das Vereinsheim Foto: aho

Seine ehrenamtliche Tätigkeit als Bootswart sieht eigentlich vor, dass er „nur“ für die Pflege der beiden Zweihandboote (für die Ausbildung), 15 Boote der „Optimisten“- Klasse, sieben Einhand- Jugendboote und zwei Jugend-Zweihandboote (für Regatten) verantwortlich sein sollte. „Zudem muss ich Ersatzteile für verschlissenes Tauwerk oder verloren gegangene Verbinder beschaffen und vorhalten, leichtere Schäden – etwa eingerissene Segel – reparieren, für die rechtzeitige Überholung der Boote sorgen und die Steganlage in Ordnung halten“,erklärt Böhnke, der seine Aufgabe mit viel Herzblut ausübt.

In der Realität indes geht sein Einsatz weit über diese „Stelleninhalte“ hinaus. Für Böhnke selbstverständlich: „Kameradschaft wird bei uns groß geschrieben, also helfe ich, wo ich kann. Wenn ich von unserem Hauswart um Unterstützung im Vereinsheim gebeten werde, bin ich selbstverständlich zur Stelle. So haben wir dort eine neue Küche eingebaut und im Schulungsraum einen Beamer samt Leinwand installiert“, beschreibt er nur einige Dinge, die sein handwerkliches Geschick erforderten. Darüber hinaus hat er viel Spaß an kreativen Arbeiten, bei denen er seine künstlerische Fähigkeiten einbringen kann. Neben kleinen, handgefertigten Deko-Holzschiffen, die das Vereinsheim verschönern und einem Windspiel auf dem Steg, kommt regelmäßig der Schneideplotter im heimischen Keller zum Einsatz, um Folien mit der Aufschrift „WSVG“ für Schilder und Garagentore herzustellen. Auch für den Nachwuchs, der das Vereinsgelände insbesondere am Wochenende mit Leben füllt, hat er sich mit selbst bedruckten TShirts etwas einfallen lassen. „Es ist einfach schön mitzuerleben, wie viel Freude die Jugendlichen bei den vier Vereinsregatten und de Acht-Seen-Regatta haben, die jährlich im Spätsommer am Drilandsee ihren Abschluss findet und für die ich im letzten Jahr selbst die Pokale hergestellt habe“, bekennt Böhnke.

Foto: aho

Zeit, selbst einmal die Nase in den Wind zu stecken und eine Handbreit Wasser unterm Kiel zu haben, bleibt dem 64-Jährigen aufgrund seines Ehrenamtes in der Abteilung kaum. „Ich habe schon früher selbst kaum Sport betrieben. Als Versicherungsvertreter im Außendienst fehlte mir einfach die Zeit. Und wenn ich schon einmal zu Hause war, habe ich die Stunden lieber mit meiner Frau Ulla und den beiden Kindern verbracht“, betont der rüstige Rentner, der bei der Wassersport- Abteilung von Vorwärts Gronau eine neue Aufgabe gefunden hat.

Tortenübergabe am Bootssteg 

Süße Zugabe für den Segel-Nachwuchs

Haben Sie eine Idee, welche Person in Ihrem Verein oder Ihrer Organisation eine besondere Ehrung verdient hat? Dann holen Sie Ihren stillen Helden ins Licht! Jeder Geehrte erhält für sich persönlich ein Spargeschenk der Volksbank im Wert von 50 Euro und eine Torte, zubereitet von Landfrauen der Region. Daneben spendet die Volksbank 500 Euro für die Organisation, für die der oder die Geehrte tätig ist.

Für die Teilnahme senden Sie Ihren Vorschlag unter dem Stichwort „Du bist erste Sahne“ per Post an die Gronauer WN-Redaktion, Pumpenstraße 3, 48599 Gronau. Oder per E-Mail an redaktion.gro@wn.de. Bitte nennen Sie dabei die Kontaktdaten des zu Ehrenden und einen Ansprechpartner aus Ihrer Organisation.

Vergessen Sie bitte nicht die Information, welche Aufgabe/Position der zu Ehrende im Verein oder der Organisation hat. Und bitte fügen Sie eine kurze Begründung an, warum sie oder er die Auszeichnung verdient hat.

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