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Gestaffelter Unterrichtsbeginn geplant

Präsenzunterricht bleibt in NRW erste Wahl

Düsseldorf

Für Schulministerin Yvonne Gebauer bleibt Präsenzunterricht auch in der Pandemie wichtig für die Bildungsgerechtigkeit. Ohnehin habe NRW schon die strengsten Corona-Regeln in Deutschland. Doch zumindest den morgendlichen Andrang in Schulbussen und auf Schulwegen will sie künftig entzerren.

Mirko Heuping

Präsenzunterricht unter Einhaltung der Abstandsregeln garantiert laut NRW-Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) die höchste Bildungs­gerechtigkeit. Foto: imago images

Für NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer bleibt Präsenzunterricht in Schulen „die oberste Priorität“. Das sogenannte „Solinger Modell“ mit wechselndem Präsenz- und Fernunterricht sei für Nordrhein-Westfalen keine flächendeckende Option, betonte sie am Montag in Düsseldorf. Zur Begründung führte die FDP-Ministerin an, dass nur durch den Unterricht in Klassenzimmern die höchste Form der Bildungsgerechtigkeit herzustellen sei. In diesem Punkt sei sie sich mit ihren Amtskollegen in der Kultusministerkonferenz einig.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer

Die immer lauter werdenden Forderungen, im Sinne des Infektionsschutzes Wechselunterricht anzubieten, seien nicht zielführend, sagte die Schulministerin. Schon jetzt gebe es in NRW-Schulen bundesweit die strengsten Corona-Maßnahmen – etwa eine Maskenpflicht im Unterricht. Zudem sei die Digitalisierung der Schulen und die Ausstattung der Schüler noch nicht flächendeckend gewährleistet – auch wenn die Mittel des Sofortausstattungsprogramms zur Anschaffung digitaler Endgeräte fast komplett abgerufen wurden. „Nicht, dass ein falscher Eindruck entsteht: Dem digitalen Fernunterricht will ich mich gar nicht verschließen“, sagte Gebauer. Allerdings sieht sie ihn als punktuelle Ergänzung zum Präsenzunterricht, wenn Gesundheitsämter Quarantänemaßnahmen anordnen oder Schulleitungen dies für sinnvoll erachten.

Dass der Präsenzunterricht „noch gut funktioniert“, zeige ein Blick auf die Zahlen. Demnach waren am vergangenen Donnerstag zwar 72 711 Schüler und 4231 Lehrkräfte in Quarantäne. Das heißt im Umkehrschluss aber, dass 95,4 Prozent der Schüler und 93,6 Prozent der Lehrer in den Schulgebäuden am Unterricht teilnehmen konnten. Komplett geschlossen waren 13 Schulen, nach 19 in der Vorwoche.

Situation in Schulbussen und auf Schulwegen soll entzerrt werden

Um das Risiko einer An­steckung in den Wintermonaten weiter zu minimieren, arbeitet das Schulministerium daran, eine größere Flexibilität für einen gestaffelten Unterrichtsbeginn zu schaffen. Momentan sei dieser zwischen 7.30 und 8.30 Uhr vorgesehen. Künftig sei denkbar, den Rahmen auf 7 bis 9 Uhr zu erweitern. Das würde die Situation in Schulbussen und auf Schulwegen entzerren. Dabei handle es sich allerdings um eine „Kann-Regelung“, wie Gebauer betonte. Jede Schule könne für sich selbst entscheiden, ob sie diesen Weg gehen will.

Gebauer

Angetan zeigte sich die Ministerin vom jüngsten Quarantäne-Vorschlag des Bundesgesundheitsministers Jens Spahn. Demnach sollen künftig ganze Klassen nach einem positiven Coronafall für fünf Tage in häusliche Isolation. Mit einem negativen Schnelltest nach fünf Tagen würde die Quarantäne dann aufgehoben. „Alles, was die Quarantänezeit von 14 Tagen verringert, begrüße ich sehr“, so Gebauer. Allerdings müsse gewährleistet sein, dass bei Bedarf auch alle Kinder einen Schnelltest machen können.

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