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#europa22

Band „Bilderbuch” macht mit einem Europapass Promo

Jan Böhmermann hat ihn, Außenminister Heiko Maas auch, die Wiener Band „Bilderbuch” sowieso: Die Rede ist von dem Europapass, den immer mehr Nutzer in den sozialen Netzwerken teilen. Viele wollen damit ihren Wunsch nach einem offenen Europa ausdrücken. Der Ausweis zum Selberbasteln ist aber vor allem eine Promo-Aktion von „Bilderbuch”.

Vera Szybalski

Die Band „Bilderbuch”. Foto: Peter Klaunzer/KEYSTONE/dpa

Er ist rosa-grau, mit dem Hinweis „EU Passport” versehen und unendlich lange gültig: der europäische Ausweis, den immer mehr Nutzer in den sozialen Netzwerken teilen. Erstellen kann den Europapass jeder selbst im Internet. Klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es auch. Denn der Ausweis zum Selberbasteln ist lediglich eine Promo-Aktion von „Bilderbuch”. Die Wiener Band vermarktet damit ihr neues Lied „Europa 22” sowie ihr Album „Vernissage my Heart”, das am Freitag erscheint.

In den sozialen rief die Band ihre Fans dazu auf, Teil der europäischen Familie zu sein. Viele Nutzer der sozialen Netzwerke folgten dem Aufruf. Bei Twitter, Instagram und Facebook posten sie ihren europäischen Ausweis - und nutzen die Aktion, um ihren Wunsch nach einem grenzenlosen Europa zu bekräftigen. Der treibt auch „Bilderbuch” an: „Ein Leben ohne Grenzen. Eine Freedom zu verschenken. Eine Freiheit, nicht zu denken”, heißt es in „Europa 22”.

Wer sich den Europapass basteln möchte, muss auf der Internetseite bilderbucheuropa.love nur ein Foto von sich hochladen, seinen Vor- und Nachnamen sowie das Geburtsjahr eintragen. Völlig selbstverständlich gibt es neben „männlich” und „weiblich” mit „unisex” auch noch eine dritte Option für die Angabe zum Geschlecht. Als Staatangehörigkeit wird automatisch „european” eingetragen.

Der Aktion von „Bilderbuch” haben sich zahlreiche Prominente und Politiker angeschlossen. Journalistin Sophie Passmann, Rapper Dendemann und Satiriker Jan Böhmermann veröffentlichten in den sozialen Netzwerken ebenso ihren europäischen Pass wie Außenminister Heiko Maas und Justizministerin Katarina Barley von der SPD. Barley tritt bei der Europawahl im Mai als Spitzenkandidatin der Sozialdemokraten an. Sie twitterte zu ihrem EU-Pass den knappen Kommentar „Super Aktion!”.

In den sozialen Netzwerken werden vereinzelt aber auch kritische Stimmen an der Aktion laut. Das Bekenntnis zu Europa sei letztendlich wieder ein Bekenntnis zu einem Territorium, das sich von anderen abgrenze. Das Territorium heiße jetzt nur anders. Die EU sei „ein Nationalstaat 2.0”, schreibt ein Twitter-User: „Zwar herrscht innen Freizügigkeit usw., die Außengrenzen werden aber genauso verteidigt, wie bei klassischen Nationalstaaten. Bedenkt das. Das soll die EU nicht madig machen, sie ist ein Friedensprojekt.” Ein anderer Nutzer schrieb: „Ich will kein #europa22-Bürger sein, ich will Weltbürger sein. Jeder der denkt, Nationalismus lasse sich mit Europa bekämpfen vergisst die anderen Kontinente.”

Das Erbe von Europa bewusst machen

In Interviews mit österreicherischen Medien ordnet Bilderbuch-Sänger Maurice Ernst das Lied „Europa 22” ein. „Ich wollte damit einen Song schreiben, der bewusst macht, was für ein Erbe wir mit Europa haben, dass wir hier schon so lange Frieden und Freiheit haben. Mir war aber trotzdem wichtig, dass der Song nicht in ein Richtung zieht, weder nach links noch nach rechts”, sagte Ernst dem Kurier in einem Interview.

Auf eine kritische Nachfrage im Standard, ob das von Europa gezeichnete Bild als Ort der Freiheit nicht vereinfachend sei, reagierte Ernst mit Verständnis. Der Text sei „unglaublich vereinfachend”: „Die Komplexität der europäischen Idee kann man auch nicht in einem Song beschreiben. Der wäre prätentiös, weil er genau ist, oder er würde unangenehm werden, weil er erklärerisch ist. Freiheit und Hoffnung, darum geht es.”

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