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Datenschutz

Kartellamt attackiert Facebook

Münster/Berlin

Das Bundeskartellamt hat ein Verfahren gegen Facebook eingeleitet. Dabei geht es um das Sammeln und Verwerten von Apps wie WhatsApp und Instagram, aber auch von ganz normalen Websites, die zum Beispiel einen „Gefällt Mir-Button“ integriert haben.

Frank Polke

Facebook sammelt schon Daten, wenn auf einer Webseite ein „Gefällt Mir-Button“ eingebunden ist, unabhängig davon, ob man diesen als Nutzer betätigt. Foto: dpa

„Das Kartellamt geht davon aus, dass Facebook auf dem deutschen Markt für soziale Netzwerke marktbeherrschend ist und missbräuchlich handelt, indem das Unternehmen die Nutzung des Netzwerkes davon abhängig macht, unbegrenzt jegliche Art von Nutzerdaten aus Drittquellen sammeln und mit dem Facebook-Konto zusammen führen zu dürfen“, begründet der Präsident des Kartellamtes, Andreas Mundt, das Verfahren.

Zu den Drittseiten gehören zum Einen konzerneigene Dienste wie WhatsApp oder Instagram, aber auch Webseiten und Apps anderer Betreiber, auf die Facebook über Schnittstellen zugreifen kann. „Diese Datensammlung sehen wir als problematisch an“, so Mundt weiter. Mithilfe von Schnittstellen fließen auch dann Daten an Facebook und werden dort gesammelt und verwertet, wenn man andere Internetseiten besucht.

Dies geschehe sogar dann, wenn man zum Beispiel einen „Gefällt Mir-Button“ gar nicht nutzt, aber eine entsprechende Seite aufgerufen hat, in die ein solcher Button eingebettet ist. „Das Ausmaß und die Ausgestaltung verstößt gegen europäische Datenschutzwertungen“, erläutert Mundt.

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Von dem Unternehmen liegt bisher keine Stellungnahme vor. Facebook gilt als größter Betreiber von Plattformen im Bereich soziale Netzwerke und finanziert sich mit Werbeanzeigen und der Nutzung fremder Inhalte.

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