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Energie sparen

Richtig heizen: Zehn Tipps für den Herbst und Winter

Münsterland

Die Gaspreise steigen und die Temperaturen fallen - das wird für viele Verbraucher eine deutliche Kostensteigerung zur Folge haben. Wir haben zehn Tipps fürs richtige Heizen zusammengestellt.

Von Uwe Gebauer

Die extrem steigenden Gas- und Strompreise treiben viele Hausbesitzer dazu, Heizungen zu erneuern, Gebäude zu dämmen und Photovoltaik-Anlagen zu installieren. Doch auch ohne große Investitionen gibt es Chancen, den Energiebedarf fürs Heizen zu senken – das beginnt jetzt in der Übergangszeit. Wir haben ein paar wirksame Tipps, unter anderem von der Verbraucherzentrale und vom GdW, dem Verband der Wohnungswirtschaft in Deutschland, zusammengetragen

Wann sollten Sie mit dem Heizen beginnen?

Heizen Sie nur, wenn Wärme wirklich gebraucht wird. Drehen Sie die Heizung nachts und bei Abwesenheit gezielt herunter. Aber: Es sollte eine Mindesttemperatur von etwa 16 Grad beibehalten werden, da es sonst zu Feuchteschäden und Schimmelbildung kommen kann. Drehen Sie Heizkörper in regelmäßig benutzten Räumen während der Heizperiode nie ganz ab. Wenn die Wandtemperaturen gesunken sind, bleibt der Raum auch bei kurzzeitigem Erwärmen unbehaglich.

Programmieren Sie die Heizung korrekt. Viele Heizanlagen haben eine Zeitsteuerung. Wann haben Sie die das letzte Mal korrigiert? Alltagsgewohnheiten ändern sich. Wenn niemand mehr zur Frühschicht geht, muss die Wohnung nicht schon um fünf Uhr auf voller Temperatur sein. Wenn tagsüber keiner zu Hause ist, darf die Temperatur ruhig sinken. Allein durch die richtige Einstellung, glaubt die Verbraucherzentrale, lassen sich zehn bis 15 Prozent Energie sparen.

Halten Sie die Heizkörper frei. Hinter Möbel, Vorhängen und auch falschen Heizkörperverkleidungen staut sich die Wärme. Das Zimmer wird nicht gleichmäßig warm – und die Heizung wird im Gegenzug zu weit aufgedreht. Jeder Heizkörper sollte also gut zu sehen sein. Und größere Möbel wie Sofas müssen einen Mindestabstand von 30 Zentimetern halten.

Dichten Sie Fenster und Türen ab. Die Verbraucherzentrale empfiehlt einen simplen Test: Klemmen Sie ein Blatt Papier zwischen Fensterrahmen und Fensterflügel. Können Sie das Papier bei geschlossenem Fenster nicht herausziehen, ist das Fenster an dieser Stelle dicht. Wiederholen Sie den Test an der nächsten Stelle. Können Sie das Papier leicht herausziehen, ist es Zeit, die Dichtung zu erneuern oder die Fensterflügel zu justieren. Bei Türen kann oft nachträglich eine Dichtung eingebaut werden.

Die Heizung richtig entlüften

Lüften Sie mit Plan und Verstand. Mehrmals täglich kurz stoßlüften, ist das richtige Rezept. So wird die Luft schnell ausgetauscht, ohne die Wände auszukühlen. Lassen Sie beim Stoßlüften ruhig kurz Durchzug entstehen. Auf keinen Fall sollten Fenster dauerhaft auf Kippe gestellt werden. Drehen Sie Ihre Thermostatventile vor dem Lüften zu. Ansonsten „denkt“ Ihre Heizung, dass der Raum kalt ist und stärker beheizt werden muss.

Lüften Sie zur rechten Zeit. Wer das Schlafzimmer nach dem Aufstehen lüftet, verhindert, dass sich die beim Schlafen freigewordene Feuchte dauerhaft in Wänden und Möbeln einspeichert. Auch in Küche und Bad sollten größere Mengen an Wasserdampf sofort nach Entstehen herausgelassen werden.

Entlüften Sie die Heizkörper. Spätestens, wenn die Heizkörper gluckern, wird es Zeit, sie zu entlüften. Bei Wohnungen über mehrere Etagen erledigt man das am besten von unten nach oben. Und prüfen Sie, ob Sie im Heizsystem Wasser nachfüllen müssen.

So entlüftet man den Heizkessel: Mit einem Vierkantschlüssel das Ventil an der Seite des Heizkörpers öffnen und so lange offen lassen, bis die Luft entwichen ist und nur noch Wasser nachkommt. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

20 bis 21 Grad reichen aus

Halten Sie auch Innentüren geschlossen. Kühle Räume sollten nicht mit der Luft aus wärmeren Räumen geheizt werden. Sonst gelangt nicht nur Wärme, sondern auch Luftfeuchtigkeit in den kühlen Raum. Die relative Luftfeuchte steigt dann und erleichtert so das Wachstum von Schimmelpilzen.

Dämmen Sie offene Heizungsrohre. Das funktioniert mit ein wenig handwerklichem Geschick ganz einfach – und bringt im besten Fall bis zu 20 Euro Ersparnis pro Meter Rohr und Jahr. Etwas aufwendiger, aber immer noch machbar ist das Dämmen der Heizkörpernischen von innen.

Und das Wichtigste: Leben Sie etwas kühler. 20 oder 21 Grad reichen in der Regel aus. Um Umwelt und Geldbeutel zu schonen, sollte man die Wohnung auf keinen Fall so stark heizen, dass man auch im Winter darin im T-Shirt sitzen kann.

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