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Fußball: Regionalliga

Andreas Zimmermann geht „all in“ und Jan Holldack kassiert ab

Ahlen/Wiedenbrück

Als niemand mehr damit gerechnet hatte traf Jan Holldack zum 2:2 ins Tor - und den SC Wiedenbrück mitten ins Herz. Zwar zahlte sich die extrem offensive Ausrichtung der Rot-Weißen nach dem Wechsel durch einen raschen Anschlusstreffer sowie einer nun überlegenen Spielweise aus. Aber erst die allerletzte Aktion bescherte den Gästen ein spätes Glücksgefühl. Dabei hatten es die Trainer schon vorher gewusst.

Von Uwe Niemeyer

Erlöser in Minute 92: Jan Holldack (l.) hier gegen Daniel Latkowski Foto: Marc Kreisel

Sie hatten es gewusst! Unentschieden fiel die Einschätzung der beiden Regionalliga-Trainer schon im Vorfeld der Partie aus. Und tatsächlich stand es nach 92 Minuten zwischen dem SC Wiedenbrück und Rot-Weiß Ahlen 2:2 (2:1). Wobei sich RW-Coach Andreas Zimmermann sogar ein Stück weit wie ein Gewinner fühlen konnte. Denn mit der letzten Aktion sorgte Jan Holldack für den Ausgleich und spätes Glück in einer Begegnung, in der es vor 510 Augenzeugen lange nach einer Niederlage ausgesehen hatte. Einer selbstverschuldeten.

Die erste Überraschung hatte derweil Zimmermann schon zu Spielbeginn parat. Aus der durchaus erwarteten Rückkehr von Gianluca Marzullo ins Sturmzentrum wurde nichts. Es begann Terence Groothusen in der Spitze. War diese Personalie noch geplant, erfolgte die zweite unfreiwillig. Denn bereits in Minute zehn musste Rene Lindner, der sich bei einem Abwehrversuch eines langen Balls verletzte, behandelt werden. Der Kapitän humpelte zwar 120 Sekunden später noch einmal kurz zurück, um dann aber mit Verdacht auf Mittelfußbruch Patrik Twardzik Platz zu machen. Was sich zunächst nicht auswirkte. Mike Pihl machte auf der rechten Seite Dampf, Dimitrios Ioannidis trieb an und Jan Holldack war mit Groothusen bemüht.

Abwehr erinnert bei Eckstößen an Schüler-Mannschaft

Eher schläfrig waren die Bemühungen in Minute 31 – und vielleicht doch Nachwirkungen des Lindner-Ausscheidens. Nach dem Ausfall von Kevin Kahlert fehlte eben der zweite kopfballstarke Akteur. Denn nach einer Ecke von links segelte das Spielgerät am ersten Pfosten vorbei, um am zweiten Bjarne Pudel zu finden, der den Ball dankend zur Führung ins Tor schubste. Deutete sich bis dahin überhaupt kein Rückstand an, wiederholte sich die Szene nahezu identisch in Minute 44. Ecke von links, freie Bahn für den Ball – und Tim Böhmer.

Trainer Zimmermann geht „all in“ und wechselt die totale Offensive

Folgerichtig ging Zimmermann „all in“ und versuchte zum zweiten Durchgang mit der Hereinnahme der Offensivkräfte Marzullo und David Mamutovic zu retten, was tatsächlich noch zu retten war. Gleich sechs Minuten nach dem Wiederbeginn schloss eben Marzullo einen Bilderbuch-Konter zum 1:2 ab. Und nur 180 Sekunden weiter klärte Leon Tia im allerletzten Moment vor Mamutovic zur Ecke. Das Gäste-Spiel blieb aber nun zwingender und dank mehrerer Chancen vielversprechender. Ein Versprechen, das Holldack mit der letzten Aktion einlöste. Dass auch das Eckball-Verhältnis remis (5:5) ausfiel, war kein Zufall.

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