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Reiten: Dressur-EM

Auch in der Kür ist von Bredow-Werndl nicht zu schlagen – Langehanenberg 14.

Münster

Jessica von Bredow-Werndl und Dalera waren auch in der Kür das Maß aller Dinge bei der Dressur-EM in Hagen am Teutoburger Wald. Für die Münsteranerin Helen Langehanenberg und Annabelle lief es hingen nicht ideal, zufrieden war die Reiterin trotzdem.

Von Henner Henning

Unfassbar: Jessica von Bredow-Werndl lebt gerade mit ihrer Stute Dalera einen „Traum“. Das Reitpaar gewann bei der Dressur-EM in Hagen am Teutoburger Wald dreimal Gold. Foto: Imago/Osnapix

Gold mit der Mannschaft, Gold im Grand Prix Special, Gold in der Kür – mehr geht einfach nicht. Jessica von Bredow-Werndl hat bei der Heim-EM in Hagen am Teutoburger Wald alles abgeräumt, was nur abzuräumen war. Die 35-jährige Doppel-Olympiasiegerin war mit Dalera der unangefochtene Star dieser kontinentalen Titelkämpfe. „Ich bin sprachlos. Es ist wie ein Traum, den ich gerade lebe“, sagte von Bredow-Werndl, die mit 91,021 Prozent die Dänin Cathrine Dufour mit Bohemian (88,436 Prozent) und die Britin Charlotte Dujardin mit Gio (87,246 Prozent) auf die Plätze verwies.

Der Champagner spritzte auf dem Podium, von Bredow-Werndl genoss sichtlich die Siegesfeier, die vermeintlich schon zur Routine geworden ist. Schon am Donnerstagabend nach dem Triumph im Special hatte Bundestrainerin Monica Theodoresu angekündigt, dass es nur schwer möglich sein wird, dieses so dominante Paar zu schlagen. Sie behielt Recht. Vor den 4000 Zuschauern zeigte die Bayerin mit ihrer 14-jährigen Stute eine Kür, wie sie den beiden zuvor so noch nicht gelungen war. Zu den Klängen der Filmmusik von „La La Land“ saß jeder Schritt: Piaffen, Pirouetten, Übergange – egal, was gerade gefordert war, Dalera rief voller Power und Vergnügen alles auf den Punkt ab. Wahnsinn, wie ausdrucksstark dieses Paar daherkommt. So leicht, so locker, so unbeschwert. „Die Verbindung zwischen Dalera und mir wird immer größer. Gefühlt war das die beste Kür, die wir jemals geritten sind. Das war fantastisch“, sagte die EM-Dominatorin, die einzig in den Einerwechseln einen leichten Fehler hatte.

Werth und Weihegold mit Unzulänglichkeiten

Ein paar mehr Unzulänglichkeiten erlaubten sich Isabell Werth und Weihegold – und bekamen daher auch nur 84,896 Prozent. Platz vier nach Gold mit der deutschen Equipe und Silber im Special. „Es war irgendwie der Wurm drin und die Luft raus“, sagte Werth, die früh bei ihrem Ritt fühlte, dass sie „nicht vorne mitreiten“ konnte. „Dann wollte ich es sauber nach Hause reiten.“

Nicht wirklich zufrieden war auch Helen Langehaneberg, die wie Dorothee Schneider zur Gold-Mannschaft mit Bredow-Werndl und Werth gehörte. Im Sattel von Annabelle kam sie nur auf den 14. und letzten Rang – die Niederländerin Adelinde Cornelissen wurde wegen eines blutigen Mauls ihres Rappen Governor abgeläutet. Die Pirouette nach rechts misslang der Münsteranerin komplett (Langehanenberg: „Da wusste sie nicht, was ich wollte“), die mit einer Linksdrehung geriet ein wenig zu groß. So gab es lediglich 77,214 Prozent für Annabelle, die am Ende ihres Championat-Debüts etwas müde wirkte. „Insgesamt aber bin ich zufrieden. Wir haben das Vertrauen gerechtfertigt“, so Langehanenberg, die sich im Special mit Rang elf und einer Platzierung vor Schneider und Faustus für die Kür qualifiziert hatte und damit „überglücklich“ war.

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