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Basketball: 2. Bundesliga Pro B

WWU Baskets ehren Ehemalige und begeistern Neuling Avdic

Münster

Sportlich ist für die WWU Baskets Münster sowieso alles in der Reihe, Neuzugang Rijad Avdic kam bei seiner Heimpremiere gegen Iserlohen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Emotional war aber vor allem die Verabschiedung eines Trios, das den Aufschwung dieses Teams jahrelang vorantrieb.

Von Henner Henning

Diese drei Trikots kamen unter die Deckung. Foto: Jürgen Peperhowe

Es war ein Basketball-Abend wie gemalt: ein Spitzenduell mit zunächst offensiv bärenstarken WWU Baskets Münster, dann ein immer weiter steigender Spannungsbogen dank nimmermüder Iserlohn Kangaroos und am Ende ein 87:76-Erfolg für den Gastgeber vor 1800 Zuschauern am Berg Fidel. Und mittendrin in der Pause war noch Zeit und Muße, drei prägende Personen und Sympathieträger des Vereins würdevoll zu verabschieden. Viel besser geht ein Wohlfühlabend nicht. Ein jeder, der es mit den Baskets hält, dürfte glücklich nach Hause gegangen sein.

Einer, der über beide Backen strahlte, war Rijad Avdic. Der Neuzugang erlebte seine Premiere in der vollbesetzten Halle, kam nach langer Pause mit einigen Rückschlägen erstmals wieder in den Genuss, ein Heimspiel bestreiten zu dürfen. „Ich war auf jeden Fall aufgeregt. Die Fans sind unglaublich, es macht einfach Spaß, hier zu spielen. Und dann mit diesen Jungs, mit der Energie von der Bank und vom Publikum“, schwärmte der 23-Jährige, der in seiner erst zweiten Partie für die Baskets erneut andeutete, dass er sportlich ein wichtiger Faktor und ein emotionaler Antreiber werden könnte. Egal ob von der Seitenlinie oder auf dem Feld, Avdic treibt seine Teamkollegen an, muntert auf, interagiert mit den Fans – und trifft dabei verlässlich, alle seine fünf Versuche aus der Nah- und Mitteldistanz fanden den Weg in den Korb, dazu verwandelte er seinen Freiwurf. Dass die vier Dreier nicht saßen, passte zur Entwicklung der Partie.

Starke Quote im zweiten Viertel

Gerade im zweiten Viertel hatten die Baskets eine starke Quote, setzten sich durch das 27:9 bis zur Halbzeit auf 54:33 ab. „Schon das erste Viertel war offensiv sehr stark, da haben wir bei 24 gegnerischen Punkten aber nicht gut verteidigt“, sagte Trainer Björn Harmsen, der besonders Ryan Richmond als Gegenpart von Iserlohns Spielmacher Toni Prostran immer wieder in die Pflicht nahm. „Er sollte ihn physisch verteidigen, das hat er drei-, viermal nicht so gemacht, wie er es kann. Da habe ich ihn ein wenig kritisiert und gereizt.“

21 Punkte betrug das Polster, das auch nötig war. Denn nach der Pause wurden die Erfolgserlebnisse der Baskets weniger, der Vorsprung schmolz dahin. „Gegen Iserlohns Verteidigung kann man nur schwer den Ball laufen lassen, da mussten wir viel über das Eins-gegen-eins gehen“, erklärte Harmsen, der beim knappen 73:70 (36.) schon ein wenig zitterte. „Doch dann haben wir die richtigen Stopps gesetzt, sind gute Fastbreaks gelaufen und haben offensiv wenig Fehler gemacht“, sagte Harmsen mit Blick auf die Ballverluste, von denen sich Münster acht, Iserlohn aber 22 leistete.

So klappte es mit dem neunten Saisonsieg, ungeschlagen gehen die Baskets in die einwöchige Trainingspause samt spielfreiem Wochenende. „Die ist auch nötig, die Saison hat früh angefangen und geht sehr lange.“ Wenn die Baskets so weiterspielen, vielleicht sogar bis zum finalen Spieltag.

Kappenstein und die Königs verabschiedet

So wie 2019, als die Münsteraner als Aufsteiger im Playoff-Endspiel standen, und wie in der Vorsaison, als Münster in der letzten ausgetragenen Runde (Halbfinale) gegen Bochum den Aufstieg verpasste. Tragende Säulen, nicht nur in den besagten Spielzeiten, waren Trainer Philipp Kappenstein sowie die Leistungsträger und Anführer Jan und Andrej König. Das Trio hatte im Sommer seine Zeit bei den Baskets beendet, am Samstag war die Zeit für eine würdige Verabschiedung gekommen. Manager Helge Stuckenholz fand die passenden Worte, als die drei in der Halbzeit im Spotlight stehend die Ovationen der Zuschauer genossen. Ein Gänsehaut-Moment, der unvergesslich bleibt – wie das Wirken von Kappenstein und den Königs, an das nun jeder beim Besuch eines Baskets-Spiels in der Halle Berg Fidel erinnert wird. Oben unter der Decke werden die übergroßen Trikots von Ex-Kapitän Jan König und seinem nicht verwandten Mitstreiter Andrej hängen, deren Rückennummern bei den Baskets nicht mehr vergeben werden. Und daneben ein Shirt mit dem Kappenstein-Schriftzug. „Das ist eine riesige Ehre“, sagte Andrej König stellvertretend für alle drei, die sich beim Publikum für jahrelange Unterstützung bedankten – und diesen Dank zurückbekamen.

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