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Fußball: Westfalenliga

Kinderhaus lässt Chancen aus und holt Gievenbeck zurück ins Derby

Münster

Chance über Chance ließ Westfalia Kinderhaus im Derby liegen. Die schmale Führung schien nicht in Gefahr, weil der 1. FC Gievenbeck vor dem Tor lange harmlos blieb. Dann kam die 85. Minute – und das Blatt wendete sich doch noch. Ein 1:1, das sich die Gastgeber selbst zuschrieben.

Von Thomas Rellmann

Marvin Kehl (r.) machte ein großartiges Spiel, lässt hier auch Gievenbecks Tom Gerbig stehen. Foto: Thomas Rellmann

Diesen Vorwurf musste sich Westfalia Kinderhaus gefallen lassen. Nur weil zahlreiche prächtige Chancen im Derby gegen den 1. FC Gievenbeck auf der Strecke blieben, fühlten sich die Gäste am Ende eingeladen, doch noch auf ein Remis zu gehen. Ein Strafstoß in der Schlussphase, und schon war’s geschehen. 1:1 (1:0) – die Hausherren wussten selbst kaum, wie sie den sicheren Sieg noch aus der Hand gegeben hatten.

„Die Jungs können schon enttäuscht sein, wir haben den Sack einfach nicht zugemacht“, sagte Coach Holger Möllers, dessen Elf zuletzt einige Niederlagen kassiert hatte, diesmal aber schon vor dem Anpfiff weitaus mehr Feuer ausstrahlte als der Gegner. „Kinderhaus hätte den Sieg verdient gehabt“, gestand FCG-Coach Florian Reckels. „Wir hatten nicht den Mut, Fußball zu spielen. Immer, wenn wir das getan haben, waren wir gut drin.“

Westfalia sucht die Zweikämpfe

Diese Phasen hielten sich gerade vor der Pause aber in Grenzen. Westfalia suchte die Zweikämpfe, hatte auch die verbale Hoheit. Von der Bank gingen ebenfalls lautstarke Impulse aus. Vor 500 Zuschauern war das Stadtduell, das beide im 3-5-2 angingen, sofort auf Temperatur, unfair aber wurde es nie.

Während die Gastgeber viele Ballgewinne regelrecht feierten, schimpfte Gievenbecks Keeper Nico Eschhaus mehrfach mit seinen Vorderleuten. „Wach werden“, lautete sein Credo. Ein Freistoß von Fabian Witt (18.) und ein Schuss von Marvin Kehl (28.) waren erste Signale. Mit einem guten Umschaltmoment kam es dann zur Führung. Jan Haverland behauptete sich im Duell mit Johan Scherr, legte von der Außenlinie zurück auf Kehl, der trocken das 1:0 markierte (36.). Der Torschütze (44.) hätte wie der Vorbereiter (45.) erhöhen können. Vom Gegner kamen einzig zwei Kopfbälle durch Louis Martin (41.) und Scherr (45.+1).

Durchgang zwei sah zwar ein ähnlich deutliches Chancenverhältnis, aber mit der Hereinnahme von Philip Röhe und Henning Dirks auch ein etwas präsenteres Reckels-Team, das sich wehrte, wie sechs Gelbe Karten nun belegten. „Die Wechsel haben gefruchtet, wir wurden wesentlich besser und haben auf Augenhöhe agiert“, sagte der Coach. Das stimmte zwar, doch im Spiel blieben seine Schützlinge nur, weil Westfalia vor dem Tor einige Schwächen offenbarte. Gerade Kehl hätte sich längst zum Matchwinner krönen können. Doch erst verpasste er das Tor knapp (46.), dann fischte Eschhaus seinen Kopfball bravourös (70.), und schließlich behielt der Keeper auch im Eins-gegen-eins die Oberhand (80.). Da zudem Felix Ritter gegen seinen Ex-Club knapp verzog (81.), öffnete sich die Tür für den Favoriten noch mal.

Alic fällt Dirks im Strafraum

Dzan Alic, gerade vor der Halbzeit einer der Besten, verlor im eigenen Sechzehner nach einem langen Ball kurz die Orientierung und säbelte dabei Dirks um. Klare Sache – Elfmeter. Routinier Manuel Beyer ließ sich das nicht nehmen und verwandelte (86.). „Es ist auch eine Qualität, das Spiel doch noch zu drehen, einfach dran zu glauben“, sagte Reckels. „Der Punkt ist glücklich, aber ich finde es gut, wie wir uns noch gestrafft haben.“ Seinem Gegenüber Möllers blieb nur die Erkenntnis, „dass es ein gutes Derby war, in dem wir aktiver waren und wussten, wie wir die Gievenbecker bespielen müssen, wie wir sie in Laufduelle verwickeln“. Für den ersten Sieg langte es dennoch nicht.

Westfalia: Siegemeyer – Rensing, Niehues, Lambert – Wietzorek (90. Venikh), Schöneberg, Alic (87. Graberg) – Kehl, Ritter – Haverland (84. Schürmann), F. Witt

FCG: Eschhaus – Beyer, Scherr, Mende (46. Röhe) – Gerbig (46. Balz), Heubrock, Brüwer – Mand (70. Maddente), Geisler – Keil, Martin (62. Dirks)

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