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American Football: Zweitliga-Aufstiegsrunde

Blackhawks erwischen in Oldenburg gebrauchten Tag

Münster

Wochenlang hatte Alexander Naretz seine Blackhawks auf den Tag X im Oldenburger Marschwegstadion vorbereitet, seinen lange vermissten Meister-Quarterback Alexander Fuchs aus dem Hut gezaubert – und dann so was: knapp 28:31 verloren. Aber noch ist das letzte Wort nicht gesprochen ...

Wer läuft denn da? Alexander Fuchs (r.) spielte wieder für die Blackhawks.  Foto: Peter Leßmann

„Oldenburg hat nicht gewonnen, wir haben verloren.“ Einen echten Gewinner hat Alexander Naretz, Trainer der Münster Blackhawks, im ersten Spiel der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga am Samstag nicht gesehen. In der Tabelle stellt sich das allerdings etwas differenzierter dar: Da haben die Gastgeber der Oldenburg Knights nach dem 31:28 (17:7)-Erfolg über die Blackhawks die Spitze der kleinen Anwärtertruppe übernommen, die spielfreien Bulldogs aus Spandau stehen erwartungsvoll in der Mitte und in den Startlöchern – und die Blackhawks eben da, wo sie so gar nicht hinwollten: hintendran.

Naretz sichtlich angefressen

„Das haben wir uns ganz anders vorgestellt“, sagte Naretz – auch einen Tag nach dem Spiel im Oldenburger Marschwegstadion noch sichtlich angefressen. Genervt von der Vorstellung seiner eigenen Mannschaft, die zumindest eine Halbzeit lang fernab ihrer Möglichkeiten agierte – aber auch nur bedingt zufrieden mit der Vorstellung der Unparteiischen, „die eine gruselige Vorstellung“ abgeliefert hätten. Dass der Verband ein Gespann aus dem Oldenburger Umland bestellt hatte, mag dem Nachhaltigkeitsgedanken geschuldet gewesen sein, sportlich sei das, so Naretz „unverantwortlich“ gewesen. „Zwei 80-Yards-Touchdowns durch Chris Busse – und zweimal flog da irgendwo eine schwer nachvollziehbare Flagge aufs Feld“, so Naretz. „Wenn die in jedem Spiel zwölf falsche Entscheidungen frei hätten, wäre da am Samstag bestenfalls noch eine über gewesen.“ Da sprach eine Menge Frust aus dem engagierten Trainer, der aber unter dem Strich dann doch von einer selbst verschuldeten Niederlage redete. „Das können wir besser, und das müssen und werden wir in zwei Wochen auch besser machen.“

Playoff-Nervosität spürbar

Immerhin hatte sich die spürbare Playoff-Nervosität der Blackhawks nach der schwachen ersten Halbzeit schon ein wenig gelegt – und im zweiten Durchgang kam dann auch das große Finalgeheimnis der Münsteraner zum Tragen. Als Quarterback feierte Alexander Fuchs sein überraschendes Comeback – und brachte mit tiefen Pässen und seinem unnachahmlichen Laufspiel die Partie noch zu einem hochdramatischen Finale. Mit Clemens Schuldt (2), Chris Busse und Florian Wiersen packten die Receiver am Ende gewohnt sicher zu und belohnten die Aufholjagd der Blackhawks zwei Minuten vor Spielende mit der 28:24-Führung. Doch die letzten und entscheidenden Aktionen gehörten dann den Hausherren, die nach ihrem finalen Touchdown nebst Extrapunkt noch 28 Sekunden auf der Spieluhr ließen – zu wenig für eine Reaktion, zumal die Referees das letzte Timeout von Naretz und seinen Schützlingen geflissentlich ignorierten.

Weiter geht es am kommenden Wochenende mit der Oldenburger Gastspiel in Spandau, ehe die Bulldogs am 24. September im Blackhawks-Cage auf der Sentruper Höge vorstellig werden. „Dann präsentieren wir uns ganz anders, versprochen“, so Naretz schon wieder in alter Form.

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