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Fußball: Bundesliga

„Großartiges Spiel“ - Schlotterbeck überzeugt bei Borussia Dortmund auf Anhieb

Dortmund

Borussia Dortmunds Sportdirektor Sebastian Kehl hat in der Sommerpause ganze Arbeit geleistet, den vielleicht wichtigsten Baustein holte er mit Innenverteidiger Nico Schlotterbeck zum BVB. Beim 1:0-Auftakterfolg gegen Bayer Leverkusen stoppte den Nationalspieler nicht mal eine Schulterverletzung.

Stehaufmännchen: Nico Schlotterbeck erkämpfte sich mit Borussia Dortmund ein glückliches 1:0 gegen Bayer Leverkusen. Foto: Imago/Kirchner-Media

Borussia Dortmund ist im Sommer auf Shoppingtour gewesen – nicht etwa in der Modemetropole Mailand, sondern in Europas Königsklasse. Sportdirektor Sebastian Kehl lockte Niklas Süle vom FC Bayern München zu den Schwarz-Gelben, holte Sebastien Haller von Ajax Amsterdam oder Karim Adeyemi von RB Salzburg. Das womöglich wichtigste Puzzleteil für den BVB-Kader aber fand Kehl in seiner alten Heimat Freiburg. Nico Schlotterbeck, 22 Jahre, zeigte nämlich gleich im ersten Bundesliga-Auftritt im Dortmunder Dress, wie wichtig er noch werden kann.

1:0 (1:0) siegte der BVB mit Trainer-Rückkehrer Edin Terzic am Samstagabend im Top-Spiel gegen Bayer Leverkusen. Zu null gegen Leverkusen? In der Vorsaison und unter Coach Marco Rose hatten sich die Dortmunder noch satte acht Gegentore gegen die Werkself gefangen – alleine fünf beim 2:5-Debakel im heimischen Stadion vor einem guten halben Jahr. Terzic meinte: „Was uns sehr positiv stimmt, ist die Art und Weise, wie wir unser Tor verteidigt haben. Da ist der Funke auf die Tribüne übergesprungen und wieder zurück. Manchmal ist es nicht möglich, mehr als ein Tor zu schießen – und dann muss man in der Lage sein, die Null zu halten.“

Furchtlos und klug

Daran hatte Schlotterbeck großen Anteil. Er schmiss sich furchtlos in die Luftduelle mit Leverkusens Angreifer Patrik Schick, baute klug mit seinem feinen linken Fuß auf und animierte die Fans nach gewonnenen Zweikämpfen immer wieder zu Applaus. „Er hat ein großartiges Spiel gemacht. Ich glaube, er hat sich lange darauf gefreut, hier aufzulaufen“, sagte Kehl über seine Neuerwerbung.

Dabei schien der Arbeitstag des Nationalspielers zu Beginn der zweiten Hälfte schon beendet. Schlotterbeck sank zu Boden, musste an der Schulter behandelt werden. „Es kann gut sein, dass die sie kurz draußen war“, erzählte Schlotterbeck. Sowas stoppt Dortmunds neuen Abwehrchef in spe freilich nicht. Nach kurzer Behandlung im Kabinengang – und dem Einrenken womöglich – ging’s wieder auf den Rasen. Da werden Erinnerungen an Sven Bender – Spitzname „Iron Manni“ – wach. Terzic sagte: „Ich hatte keine Zeit zu fragen, was los ist, da ging der Daumen schon wieder hoch und Nico war zurück.“

Nach der frühen Führung durch ein kurioses Stocher-Tor von Marco Reus (10.) fand Leverkusen immer besser ins Spiel – und Schlotterbeck hätte Bayer beinahe zurückgebracht. Seinen Fehlpass aber bügelte Mahmoud Dahoud mit mutiger Grätsche gegen Schick aus (41.).

Auch Kobel präsentierte sich stark

Ein Abseitstor von Exequiel Palacios (52.) und zwei Riesenchancen von Schick (63., 68.) überstand der BVB unbeschadet, weil Keeper Gregor Kobel überragend parierte. Und auch Schlotterbecks Eigentor fand keine Anerkennung, weil eine Abseitsstellung vorgelegen hatte (80.). So endete der erste Arbeitstag der Abwehr-Kante mit einer weißen Weste.

„Wir sind glücklich, dass wir alles, was wir zu bieten haben, genutzt haben, um das eigene Tor zu verteidigen“, erklärte Terzic nach seinem Comeback-Sieg und gab seinem Team folgende Zielsetzung mit in die nächsten Wochen: „Verteidigen gerne immer so leidenschaftlich, aber nicht so häufig wie heute.“

Apropos leidenschaftliches Verteidigen: Schlotterbeck macht auch im Training keinen Rückzieher. Talent Jamie Bynoe-Gittens (17) fiel gegen Leverkusen aus, weil er mit Schlotterbeck zusammengeknallt war. „Die Härte hat Nico leider auch im Training gezeigt, sodass Jamie eine Prellung am Beckenkamm hatte“, sagte Terzic. Nur gut, wenn so jemand am Wochenende im eigenen Team spielt.

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