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Fußball: Champions League

BVB schuftet ohne Haaland gegen Sporting

Dortmund

Ein Spiel ohne Gegentor ist für Borussia Dortmund in dieser Saison bislang eine Seltenheit. Umso erfreuter waren die Reaktionen nach dem 1:0 gegen Sporting Lissabon in der Champions League. Selbst der Ausfall des Schlüsselspielers ließ sich verkraften.

Von Wilfried Sprenger

Voller Bodeneinsatz: Dortmunds Abwehrchef Mats Hummels klärt energisch gegen Matheus Nunes. Foto: dpa

Schon einige Male in dieser Saison hat Erling Haaland die Kastanien für den BVB aus dem Feuer geholt. Der Norweger wagt sich an die ganz heißen Aufgaben, deshalb gilt er als unentbehrlich. Aber manchmal streikt auch der Körper des jungen Modellathleten, aktuell sind es muskuläre Probleme, die den eiskalten Vollstrecker und dazu das Team belasten. Natürlich wurde der kantige Mittelstürmer, der jede Abwehr der Welt schlaflos zurücklassen kann, im Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon vermisst. Doch beim 1:0 fanden die Dortmunder Lösungen, den schwer wiegenden Ausfall hinreichend zu kompensieren.

Marco Rose

Wem in der Offensive herausragende Qualität wegbricht, der muss in der Defensive besonders achtsam sein. Die Arbeit vor und im eigenen Strafraum war in dieser Saison noch nicht das Vorzeigestück der Borussen. Achtmal in Folge kassierte die Mannschaft zuletzt mindestens ein Gegentor, in der Bundesliga liegt der Schnitt inzwischen bei zweien – dafür gibt’s von der Handwerkskammer keinen Meisterbrief. Umso mehr freute sich Marco Rose, dass gegen Lissabon alles dicht blieb. „Wir haben zum ersten Mal seit dem Pokalspiel in Wiesbaden zu null gespielt, das ist ein wichtiger Faktor“, stellte der Trainer klar.

Nun ist es nicht so, dass da am Dienstag eine Lawine auf den BVB zurollte. Sporting präsentierte sich technisch hervorragend geschult, aber wirkliche Durchschlagskraft entwickelte der portugiesische Champion nicht. Gefährlich wurde es für Dortmund eigentlich nur, als Abwehrchef Mats Hummels einmal den Bruder Leichtsinn gab. Der nie ernsthaft geprüfte Torhüter Gregor Kobel wird jedenfalls heilfroh gewesen sein, dass es noch September und kein bitterkalter Dezember-Abend war. Seine Vorderleute nahmen ihm alles ab. „Es war nicht perfekt, aber insgesamt sehr seriös“, befand Hummels später.

Zorc lobt das Gegen-Pressing

Tatsächlich brachten sich vor 25 000 Zuschauen alle BVB-Profis in die Abwehrhandlungen ein. Rose lobte die „gute Arbeit gegen den Ball“, Sportdirektor Michael Zorc das „gute Gegen-Pressing“. Geschenkt wurde Dortmund im zweiten Gruppenspiel nichts. „Es hat sich manchmal schwer angefühlt“, räumte Kapitän Marco Reus ein.

Leicht war es zu keiner Zeit. Auch nicht nach dem 1:0 (37.), das Donyell Malen nach überragender Vorarbeit des erneut starken Jude Bellingham erzielte. Ohne Ausnahme versammelten sich danach alle Feldspieler um den glücklichen Torschützen – für den Premieren-Treffer im BVB-Trikot hatte der schnelle Niederländer einen ziemlich langen Anlauf gebraucht.

Gruppen-Gipfel gegen Ajax

Weil Sporting nach der Pause bei weitem nicht alle Schleusen öffnete und den Ausgleich in einer stark kontrollierten Offensive suchte, blieb die Begegnung chancenarm und bis zum Ende spannend. Eine Zufälligkeit hätte Dortmund noch zwei Punkte kosten und den Abend verderben können. Es ist nur eine Annahme, dass dem BVB die kleine Zitterpartie unter Beteiligung Haalands erspart geblieben wäre. Jedenfalls wird Rose froh sein, dass er beim Gruppen-Gipfel in Amsterdam wohl wieder auf den nahezu Unersetzlichen zählen kann. Dass auch bei Ajax nach 90 Minuten noch die Null steht, ist im Zweifel eher unwahrscheinlich.

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