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Reiten: Turnier der Sieger

Comeback in alter Stärke: Top-Starterfeld auf dem Schlossplatz

Münster

Seit August 2019, als das Turnier der Sieger das letzte Mal vor dem Schloss in Münster stattfand, ist eine Menge passiert. In diesem Jahr kehrt das beliebte Reit-Event erstmalig seit der Corona-Pause zurück – und wartet mit einem Top-Starterfeld auf.

Nach drei Jahren Pause ist die Vorfreude auf das Turnier der Sieger groß bei (v.l.) Wolfgang Hölker, Michael Klimke, Hendrik Snoek, Gerrit Nieberg und Robert Hönke. Foto: Jürgen Peperhowe

Am 4. August 2019 überwand zum bislang letzten Mal ein Pferd vor dem Schloss in Münster ein Hindernis. Lange ist das her, viel ist seitdem passiert. Zwischendurch versetzte die Corona-Pandemie die Welt in eine Schockstarre, nichts ging mehr. Nur langsam kehrte das Leben in den alten Trott zurück, der Sport versuchte sein Glück zu Beginn seines Comebacks mit Veranstaltungen vor Geisterkulissen, dann mit stark reduzierter Besucherzahl. Für das Turnier der Sieger stand eine solche Option nie zur Debatte. So dauerte es drei geschlagene Jahre zur Rückkehr des traditionsreichen Events, das vom 25. bis zum 28. August in seine 65. Auflage geht. „Wir sind sehr froh, dass wir wieder in gewohnter Form zusammenkommen können“, sagt Hendrik Snoek, Präsident des gastgebenden Westfälischen Reitervereins.

Wie lange die Pause andauerte, bekamen am Montag die Handwerker bei ihren ersten Arbeiten zu spüren. Die Laternen, die vor dem Schloss temporär dem Spring- und Dressurplatz weichen, wurden in der Vergangenheit stets abgeschraubt – nun aber waren die Schrauben verrostet, die gute alte Säge musste also ran. Ein kleines Problem, allerdings nicht das einzige, das die Veranstalter vor dem Turnier der Sieger zu bewältigen hatten. Deutlich größer waren da schon die finanziellen Herausforderungen, denen sich Snoek und Co. stellen mussten. Die Kosten stiegen „um bis zu 30 Prozent“, auch durch gewachsene Preise für Zelt- und Gerüstbauer. Eine Folge der Pandemie, Personal und Material sind knapp. „Es ist alles teurer geworden“, erklärt Snoek, der sich aber über die Treue der meisten Sponsoren freuen durfte. So bleibt das Turnier ein Einladungsturnier, Start- und Nenngelder werden wie Stallgebühren von den Reitern nicht erhoben, auch Kost und Logis ist frei. Einmalig in der Reitsportszene.

„Wir dürfen uns auf Top-Sport freuen"

Auch deswegen lockt das mit einem Gesamtetat von 1,25 Millionen Euro dotierte Turnier wieder prominente Reiter wie Ex-Weltmeisterin Simone Blum, CHIO-Sieger Gerrit Nieberg aus dem Snoekschen Stall auf Gut Berl oder die deutschen WM-Starter André Thieme, Jana Wargers und Marcus Ehning. Aus dem Ausland reisen der Brite Robert Whitaker, die Schwedin Angelica Augustsson Zanotelli oder Pius Schwizer (Schweiz) an. Eine starke Besetzung, die Spannung und Qualität im Parcours verspricht.

Gleiches gilt auch für die Dressur. „Wir dürfen uns auf Top-Sport freuen. Das ist eines der besten Starterfelder, die wir hier je hatten“, sagt Michael Klimke. Der Vizepräsident des Westfälischen Reitervereins ist für die Dressur zuständig und vermeldete die Zusagen von Isabell Werth, Frederic Wandres und Ingrid Klimke, die jüngst bei der WM in Herning Bronze mit der deutschen Equipe gewannen. Dazu kommen mit Dorothee Schneider, Anabel Balkenhol oder dem Amerikaner Benjamin Ebeling und der Britin Susan Pape weitere seit Jahren erfolgreiche Reiter. Sie messen sich am Donnerstag im Grand Prix, ehe sich das Feld zur stimmungsvollen Flutlicht-Kür am Samstag – diesmal mit sechs statt wie bisher mit fünf Reitpaaren – und zum Special am Sonntagmorgen aufteilt.

Mit dabei wird auch wieder Ex-Weltmeisterin Simone Blum sein. Foto: Jürgen Peperhowe

Und auch die ländliche Reiterei hat weiter ihren Platz beim TdS. Seit 2014 kämpfen die Reiterverbände aus Münster, Coesfeld, Steinfurt und Warendorf am Donnerstagabend beim Münsterländer Pferdestärken-Cup um Ruhm und Ehre – und um 5000 Euro Siegprämie. Ein Highlight gleich am Ende des ersten Tages, auf den nach drei Jahren pferdeloser Zeit vor dem Schloss viele hinfiebern. Dem Comeback in alter Stärke steht nichts mehr im Wege.

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