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Volleyball: Bundesliga Frauen

Die ersten Stresstests hat der USC mit seiner neuen Mannschaft bestanden

Münster

Juliane Schröder hat eine deutliche Meinung. Was in der neuen Saison, die der USC Münster mit zwei Siegen begonnen hat, anders sei als in der enttäuschenden vergangenen? „Die Mannschaft“, sagt die Mittelblockerin. Die Zugänge hinterlassen bisher gute Eindrücke.

Von Henner Henning

Juliane Schröder verpasste bei den beiden USC-Siegen zum Saisonauftakt keine einzige Sekunde. Foto: Wilfried Hiegemann

Lange, lange ist es her, dass der USC Münster sich mal über zwei Pflichtspielsiege am Stück freuen durfte. Fast genau 20 Monate muss man in der Bundesliga-Chronik zurückgehen, zwischen dem 26. Februar und dem 10. März 2020 gelangen den Unabhängigen in der dann coronabedingt abgebrochenen Saison gar drei Erfolge in Serie. Juliane Schröder hieß damals noch Langgemach und war ebenso dabei wie ihre Mittelblock-Kollegin Barbara Wezorke, die beide keine Sekunde bei den jüngsten Erfolgen bei Nawaro Straubing (3:0) und am Samstag gegen den VC Neuwied (3:1) verpassten.

Es hat sich etwas getan in der USC-Gruppe, die in Sachen Auftreten ein ganz anderes Erscheinungsbild abgibt. „Die Mannschaft, ganz einfach“, beantwortete denn auch Schröder kurz und knapp die Frage, was sich denn geändert habe. „Ich glaube, dass jeder, der in der Halle war, den Unterschied gesehen hat. Wir harmonieren ganz anders, haben auf und neben dem Feld eine ganz andere Stimmung“, so die 27-Jährige, die seit 2016 beim USC und damit die Dienstälteste im Kader ist.

Charakterliche und sportliche Kriterien erfüllt

Die katastrophale Vorsaison, in der Münster mit nur sechs Siegen aus 22 Partien als Neunter die Playoffs verpasste, rückt mehr und mehr in den Hintergrund, die von Trainerin Lisa Thomsen und Sportchef Ralph Bergmann ausgewählten Neuzugänge scheinen die charakterlichen wie sportlichen Kriterien zu erfüllen. „Im vierten Satz hat man gesehen, was die Mannschaft ausmacht. Der dritte Satz war nicht gut, das kann mal passieren. Aber Kopfzerbrechen hat uns das nicht bereitet“, erklärte Schröder die Geschehnisse nach dem einen verlorenen Abschnitt (Thomsen: „Der ärgert mich“) gegen Neuwied. In der vergangenen Spielzeit wäre der USC daran vielleicht zerbrochen.

Gegner eher aus dem unteren Drittel

Überbewerten aber will bei den Unabhängigen den erfolgreichen Start mit optimaler Ausbeute keiner, die beiden Gegner gehören wohl eher dem unteren als dem mittleren Tabellendrittel der Bundesliga, die nach den Eindrücken der ersten beiden Spieltage eine Menge Spannung verspricht, an. Doch der Entwicklungsprozess der Mannschaft ist klar zu erkennen – Block-Feld-Abwehr, Aufschlag oder der nimmermüde Kampfgeist sind Elemente, die bislang Thomsens Handschrift erkennen lassen.

Die ersten Stresstests, in denen Münster leicht in der Favoritenrolle war, hat der USC bestanden, nun folgen anspruchsvollere Aufgaben beim Titelkandidaten Stuttgart sowie danach gegen die beiden Mittelfeld-Mitkonkurrenten Wiesbaden und Aachen. Mit zwei Siegen im Rücken lassen sich die bevorstehenden Spiele deutlich unbeschwerter angehen.

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