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Roundnet: Deutsche Meisterschaften

Münster überzeugt als Ausrichter der Titelkämpfe – und jubelt über einen Podestplatz

Münster

Münster war am Wochenende Schauplatz der Deutschen Meisterschaften im Roundnet. Ein Lokalmatador schaffte es dabei sogar aufs Treppchen, aber darum ging es ohnehin nur am Rande. Ein Erlebnisbericht.

Von Jonas Austermann

 Bei der Roundnet-Meisterschaft in Hiltrup ging es am Wochenende heiß her. Hier ist das Münsteraner Mixed Liesa Bunge und Jaro Dietzsch (rote Trikots) im Einsatz. 
Foto: Jonas Austermann

Schon der Gang über den Parkplatz verriet am Sonntagvormittag, dass auf der Hiltruper Sportanlage am Osttor Ausnahmezustand herrscht. Kennzeichen aus ganz Deutschland, Kaffeeduft lag in der Luft, einige verschlafen dreinblickende Sportler frühstückten noch im Kofferraum ihrer Autos. Dabei ging es auf dem Kunstrasenplatz wenige Meter weiter um nicht weniger als den Titel des Deutschen Meisters. Zugegeben, in der noch sehr jungen und vor allem studentisch angehauchten Sportart Roundnet.

Zur Erklärung: Zwei Zweierteams duellieren sich dabei und versuchen einen kleinen gelben Plastikball mit maximal drei Kontakten so auf einer Art Mini-Trampolin zu platzieren, sodass das gegnerische Team den Ball nicht vor der Bodenberührung erreicht. Klingt einfach? Ist es aber keinesfalls. „Roundnet ist einfach zu lernen, aber schwer zu meistern“, sagt Tina Gulden. Sie ist Teil der Münsteraner Gruppe, die seit Februar 2019 als eigene Sparte beim Verein FC Münster 05 organisiert ist.

Städteübergreifende Partnerschaften beim Roundnet

Gulden selbst war sowohl am Samstag im Frauen-Feld als auch am Sonntag im Mixed am Start. Platz neun und zwölf ließen die 22-Jährige nicht vollends zufrieden zurück, mit der Organisation der Titelkämpfe aber war das Ausrichter-Team aus Münster „super zufrieden“.

Das Studium hatten Gulden, ihre Teamkollegin Sabine Steidel und die Orga-Mitstreiter bewusst für ein paar Wochen hinten angestellt. „Besonders in den letzten 14 Tagen hat eine 40-Stunden-Woche kaum ausgereicht für die Vorbereitungen“, erklärt Steidel. Der Aufwand – unter anderem gab’s einen Live-Stream mit Kommentar und Zeitlupen – war nicht umsonst. „Events wie dieses schweißen die Roundnet-Community zusammen“, meint Gulden. „Das Zusammensein hat unter Corona natürlich gelitten.“

Beim Roundnet, das auch unter dem Namen Spikeball firmiert, geht es nämlich nicht bitterböse um Siege, sondern in erster Linie um einen fairen Wettbewerb und anspruchsvolle Ballwechsel. Schiedsrichter gibt es nicht, städteübergreifende Partnerschaften sind mehr Regel als Ausnahme. So auch bei Lucca Hardes, der es als einziger Münsteraner aufs DM-Treppchen schaffte. Er wurde mit seinem Kölner Partner Mario Bürkle Dritter im Männer-Tableau. Der Meistertitel in dieser Konkurrenz ging nach Köln, bei den Frauen siegte ein Münchner Duo, im Mixed eine Spielgemeinschaft aus Gießen und Regensburg.

Münster: Große Chatgruppe und 50 Vereinsmitglieder

Tina Gulden und Sabine Steidel sehnten schon am Sonntagvormittag das DM-Ende herbei, zumindest mit Blick auf körperliche Wehwehchen. „Die Bänder in den Knöcheln werden beansprucht, auch Bizeps und Trizeps“, sagt Steidel.

Und wie geht’s weiter für Münsters Trendsportler? Die Turniersaison nimmt Fahrt auf. Sonst sind in der Stadt selbst genug Möglichkeiten gegeben. Eine Roundnet-Chatgruppe umfasst 240 Teilnehmer, bei Münster 05 sind fast 50 Spieler angemeldet. Um Meistertitel geht es dabei nur am Rande.

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