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Fußball: Regionalliga West

Die Euphorie wächst fast täglich – Preußen auch auf Schalke erfolgreich

Gelsenkirchen

Preußen Münster macht plötzlich richtig Spaß. In einer Woche, in der fast alles für die Adler lief, hat sich das allgemeine Stimmungsbild rund um den Club noch mal deutlich verbessert. Mit dem 2:0 beim FC Schalke 04 II hat der Tabellenführer sogar RW Essen um zwei Zähler distanziert.

Von Thomas Rellmann

So bejubelte Henok Teklab das 1:0 in Gelsenkirchen. Foto: Jürgen Peperhowe

Als Sascha Hildmann ein paar Minuten fürs Abklatschen und die Interviews an die Bande und damit Richtung Gästekurve schritt, wurde es plötzlich noch mal laut unter den Fans von Preußen Münster. Mehr als 1000 Auswärtsanhänger waren ins Parkstadion gekommen, hatten einen letztlich souveränen 2:0 (2:0)-Erfolg über die U 23 des FC Schalke 04 gesehen und die Mannschaft bereits noch ausgiebiger als sonst für den vierten Liga-Sieg in Serie ohne Gegentor gefeiert. Als sich der Trainer dann blicken ließ, schlug ihm sofort eine zweite Welle der Begeisterung entgegen. Der SCP ist Erster, nun sogar mit zwei Punkten Vorsprung. Und es sind nur noch sechs Partien.

Das machten die anderen so

„Gänsehaut“ spürte Hildmann, wie er sagte. „Wie wir getragen werden, das macht so viel Spaß. Auch am Mittwoch schon gegen Verl. Die, die da waren, haben eine geile Stimmung gemacht, das zahlt sich dann auch aus.“ Alles perfekt also? Nein, der 50-Jährige sprach auch die Mängel offen an. „Der Gegner war mutig, hat gut gepresst und uns Probleme bereitet hat, uns spielerisch zu befreien.“ Das galt vor allem für die erste Hälfte, in der der Tabellenführer jedoch die Tore schoss.

Dedovic springt für Schulze Niehues ein

„Das 1:0 hat uns noch nicht die nötige Sicherheit gegeben, in der Phase waren wir zu fehlerbehaftet. Das 2:0 fiel dann genau zum passenden Zeitpunkt“, sagte Hildmann. Henok Teklab hatte erst im Strafraum Julius Schell den Ball geklaut, der dann Nicolai Remberg zu Fall brachte, und selbst den unstrittigen Elfmeter verwandelt (15.). In die beste Phase der Knappen verwertete Alexander Langlitz ein kluges Zuspiel von Julian Schauerte, indem er sich um Tjark Scheller drehte und umgehend zum 2:0 (40.) abschloss. Ein wichtiges wie sehenswertes Ding. Die beiden Routiniers auf der rechten Seite hatten zugeschlagen. „Mit uns beiden, das klappte ja letzte Saison schon gut. Es ist ein bisschen eingespielt“, sagte der Torschütze.

Wechselspiel geht weiter

Mittelfeldspieler Thomas Kok erklärte hinterher die taktischen Feinheiten auf dem Rasen: „Schalke hat über den ganzen Platz gepresst. Wir waren daher oft im Eins-gegen-eins, also auch vorne. Deshlb haben wir die langen Bälle gespielt und uns Chancen erspielt.“ Der Plan ging auf, auch wenn es mehr Treffer hätten sein dürfen. Der Gast ließ durch Deniz Bindemann (3., 17., 49., 50.), Jules Schwadorf (12., 21.), Luke Hemmerich (27., 49.), Kok (54.) und am Ende zweimal Marvin Thiel (85., 90.) gute Gelegenheiten, das Torverhältnis auszubauen. „Bei den Pässen waren wir etwas nachlässig, auch in den Zweikämpfen“, merkte Kok an. „Aber in der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel beruhigt. Da war es dann nicht mehr so schön – aber nur der Sieg zählte.“ Niemand widersprach.

Lange Pause, früher Feierabend

Königsblau trat ganz anders als im Hinspiel (3:0), verschanzte sich keineswegs – der SCP stand in Halbzeit so unter Druck wie selten in dieser Saison. Ersatzkeeper Marko Dedovic musste bei Chancen von Leonardo Weschenfelder Scienza (6.) und vor allem Niklas Castelle (21.), später noch gegen Schell (69.) eingreifen. Weschenfelder Scienza scheiterte auch mit einem Freistoß-Doppelpack knapp (29., 31.). Diamant Berisha (4.) und Mateo Aramburu (42.) besaßen weitere Möglichkeiten. Doch vor allem in Abschnitt zwei hatten die Preußen das Geschehen im Griff, ließen hinten nichts mehr zu. „Da wurde es souveräner“, sagte Hildmann. „Das Verteidigen, diese Wege nach hinten – das ist im Moment unsere Mentalität. Die Truppe hat Bock drauf. Nur die hohen Bälle, die richtig waren, hätten wir besser aufsammeln müssen. Trotzdem ziehe ich den Hut vor dem Team.“

Alexander Langlitz

Die Euphorie auf den Rängen, in der Stadt, auch unter den Spielern wächst aktuell fast täglich an. Nur Langlitz gab hier ein bisschen den Spielverderber: „Ich weiß, es ist langweilig, aber wir denken von Woche zu Woche.“ Klappt derzeit ganz gut.

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