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Volleyball: Bundesliga Frauen

„Dieser Abend bedeutet mir sehr, sehr viel“ – USC trotz Niederlage gegen Potsdam happy

Münster

Der USC Münster lieferte dem SC Potsdam einen heißen Fight. Nach dem 2:3 fühlte sich die Mannschaft wie ein Gewinner. Nach dem letzten Ballwechsel wurde es emotional, weil das Zusammenspiel zwischen Team und Publikum so gut funktionierte.

Sechs Hände gegen Potsdams Angreiferin Anett Nemeth: Mia Kirchhoff (vorn Foto: Jürgen Peperhowe

Als das Spiel aus und auch das übliche Zeremoniell danach erledigt war, schnappte sich Maria Schlegel das Mikrofon. Das ist unüblich, war der als Volleyballerin nun wirklich gestandenen spanischen Nationalspielerin aber offenbar ein drängendes Bedürfnis. Vor dieser wunderbaren Kulisse spielen zu dürfen, sei ihr Ehre und große Freude gewesen, sagte die 29-Jährige. Die Fans teilten die Gefühle und gaben donnernden Applaus als Dankeschön für die beste Saisonleistung des USC zurück.

Zwei Fragen an Mia Kirchhoff

Tatsächlich spielte der Bundesligist beim 2:3 (29:27, 12:25, 25:21, 15:25, 8:15) gegen Supercup-Gewinner und Pokal-Finalist SC Potsdam längere Strecken am Rande der ihm gegebenen Möglichkeiten. Der hohe Favorit musste sich mächtig strecken, um nicht mehr als einen Punkt zu verlieren. Es war das Beste des USC seit langer Zeit. Schön, dass 1856 Fans – zugegeben, viele mit Freikarten ausgestattet – die Tribünen prächtig füllten und der emotionalen und für Volleyball werbenden Begegnung einen würdigen Rahmen gaben. „Dieser Abend bedeutet mir sehr, sehr viel“, sagte Münsters Trainerin Lisa Thomsen nach dem 120-minütigen Schlagabtausch mit leuchtenden Augen. Sie sei dankbar für die „tolle Kulisse“ und „glücklich“ mit dem Spiel ihrer Mannschaft. „Dass es uns als zweiter Mannschaft nach Schwerin gelungen ist, Potsdam etwas abzuringen, macht mich sehr stolz.

Nur Scholten ist unzufrieden

Nur eine schüttete kurz nach Spielende etwas Wasser in den Wein. „Wir haben verloren, deshalb kann ich nicht zufrieden sein“, konstatierte Iris Scholten, wieder einmal Münsters Beste. Vielleicht sagte sie es im Moment der ersten Enttäuschung. Vielleicht fühlte es sich auch für sie am Morgen danach schon besser an – mit Abstand zu den Dingen. Denn wirklich grämen musste sich niemand in Reihender Unabhängigen. Manchmal im Sport dürfen sich schließlich auch Verlierer ein bisschen als Gewinner fühlen.

Gänzlich nüchtern betrachtet, verlor Münster erstmals in dieser Saison ein Heimspiel. Doch in der Betrachtung des großen Ganzen geht es auch um das Wie und die Qualität des Gegners. Potsdam war der erste Liga-Riese, der sich am Berg Fidel vorstellte. Dass der USC ihn nachhaltig forderte und SCP-Trainer Guillermo Hernandez nur in kurzen Phasen Ruhepuls hatte, war so nicht zu erwarten. Münster hat sich am Samstag sehr groß gemacht und eindrucksvoll demonstriert, dass es auch Branchenriesen nachhaltig ärgern kann.

Lisa Thomsen

Grundstein waren eine starke Teamleistung, viel Mut, großer Wille und der Glaube an das eigene Vermögen auch auf schwierigen Strecken. Bemerkenswert, wie die Mannschaft nach dem 12:25-Bruch im zweiten Satz zurückkam. Bemerkenswert auch, dass der USC mehr Blockpunkte errang als der in diesem Element doch so starke Kontrahent (14:11). Allein die überzeugende Daniela Öhman wies Potsdam viermal zurück. Überragende Angreiferin war Scholten (23 Zähler), auch Öhman und Schlegel (beide 14) punkteten zweistellig. „Dieses Spiel wird uns weiteren Auftrieb geben“, sagte Thomsen. Nächsten Samstag kommt Schlusslicht Neuwied an den Berg Fidel.

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