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Fußball: Westfalenliga

Dramatik in der Nachspielzeit – Gievenbeck gibt gegen Espelkamp Platz eins ab

Münster

Die Tabellenspitze ist der 1. FC Gievenbeck nach drei Monaten los, doch das spielte nach dem 1:1 gegen Preußen Espelkamp nur eine untergeordnete Rolle. Nach Rot gegen Maximilian Brüwer ging der Gastgeber in der Nachspielzeit in Führung und kassierte doch noch den Ausgleich.

Von Thomas Austermann

Henning Dirks versucht sich gegen zwei Espelkamper, Semir Ucar (l.) und Ben Klostermann, zu behaupten. Foto: Wilfried Hiegemann

Ganz spät und nur für Sekunden lagen sich die Westfalenliga-Fußballer des 1. FC Gievenbeck in den Armen. Das in Unterzahl erzielte 1:0 in der Nachspielzeit der lebhaft gewordenen Partie gegen Preußen Espelkamp reichte nicht zum Dreier. Routinier Stefan Langemann, 109-facher Regionalliga-Spieler, sorgte für den Ausgleich zum 1:1 (0:0) und brockte den Münsteranern das vierte sieglose Spiel am Stück ein.

Also hockten viele konsterniert auf dem Rasen, der ebenso leiden musste wie die Niedergeschlagenen. „Ich bin jetzt auch erst einmal platt“, sagte Trainer Florian Reckels und fühlte sich „wie nach einer Niederlage“. Punkte weg, Spieler auch: Der ob seiner herausragenden Technik kaum zu ersetzende Daniel Geisler verletzte sich mutmaßlich schwer am linken Sprunggelenk und musste gestützt werden beim Gang in die Kabine. Außenverteidiger Maximilian Brüwer sah Rot für eine Notbremse. Stürmer Peter Stüve schied nach nur sieben Minuten Einsatzzeit mit Oberschenkelverletzung direkt wieder aus. Obschon der Kader auch von der Anzahl her sehr gut besetzt ist, dünnt er langsam aus.

Mehrere Umstellungen

Seit dem dritten Spieltag war der FCG Tabellenführer, jetzt zog Hiltrup-Bezwinger Rödinghausen II vorbei. Auch die erzwungenen Umstellungen halfen der Reckels-Elf nicht gerade, die gelegte Erfolgsspur beizubehalten. Ein Stück Sicherheit fehlt, die spielerische Klasse so durchzubringen, dass vorne produziert werden kann. In der Spitze mangelt es an Tempovermögen. Reckels setzte nun, nicht allein freiwillig, auf eine erneut veränderte Formation, brachte den lange verletzten Sommer-Neuzugang Asmar Paenda als defensiven Außen und dazu Henning Dirks für den Sturm.

Insgesamt stand die Elf tiefer also sonst, wiederholt ging bei den Ballführenden der Blick eher nach hinten als nach vorne. Beiderseitige Chancenarmut und Risikovermeidung prägten Halbzeit eins. Die vor der Serie so ambitionierten und prominent verstärkten Preußen aus dem Kreis Minden-Lübbecke, seit Mitte Oktober trainiert von Andreas Brandwein, beschränkten sich auf die Kontrollfunktion. Hinten drin mit dem Ex-Verler Julian Stöckner, in 176 Regionalliga- und 19 Drittliga-Spielen erprobt.

Mand für Geisler drin

Nach Geislers plötzlichem Aus kam Anton Mand. Der 20-Jährige sollte noch auftrumpfen im offensiven Bereich, er bot sich an und war präsent. Nach einer Stunde lebte die Partie spürbar auf. Espelkamp, jetzt mit Zielspieler Langemann, wagte mehr. Hier verzog Paul Ristau aus guter Lage, dort fand ein Dirks-Anspiel nicht den Adressaten Mand. FCG-Routinier Nils Heubrock kam, um mit seiner Physis die Attacken zu schärfen.

Als Brüwer als vermeintlich letzter Mann gegen Langemann einen Konter stoppte, sah er Rot (75.). Trotz Unterzahl blieb Gievenbeck dran, nachdem er zwei Standards dank Nico Eschhaus überstanden hatte. Paenda krönte ein Solo über außen mit dem Zuspiel auf Torschütze Mand (90.+3). Der Jubel erstarb aber schnell: Langemann schlug im Gegenzug eiskalt und wuchtig zu nach einem Steilpass durch die offene Kette. „Das Resultat geht in Ordnung, aber wir haben zu zehnt sehr gut gearbeitet und waren nahe dran, uns zu belohnen“, sagte Reckels.

FCG: Eschhaus – Paenda, Beyer, Volmering, Scherr, Brüwer – Geisler (58. Mand), Kurk – Keil – Maddente (77. Stüve/83. Martin), Dirks (66. Heubrock)

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