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Fußball-EM

«Nicht von dieser Welt»: Cristiano Ronaldo wird zu E.T.

Budapest (dpa)

Mensch? Wesen aus einer fernen Fußball-Galaxie? Mythos? Wer oder was ist dieser Cristiano Ronaldo eigentlich? Der fünfmalige Weltfußballer zieht bei der EM eine Show nach der anderen ab.

Von Martin Moravec und Nathalia Araujo, dpa

Portugals Cristiano Ronaldo eilt von einem Rekord zum nächsten. Foto: Bernadett Szabo/Reuters Pool/AP/dpa

Vergnügt herzte Cristiano Ronaldo nach seiner nächsten außerirdisch anmutenden Show seinen früheren madrilenischen Teamkollegen Karim Benzema.

Der «neue Kaiser» des internationalen Fußballs, wie ihn die italienische «Gazzetta dello Sport» adelte, verschiebt nicht nur weiter Rekordgrenzen, sondern genießt diese EM auch in vollen Zügen. «Olé» in Argentinien konstatierte nach der nächsten Cristiano-Gala, dass «der Mythos Ronaldo weiter wachse».

Daei-Rekord eingestellt

Was war passiert? Cristiano Ronaldo hat wieder Tore geschossen. Mit seinem Doppelpack (31. Minute/Foulelfmeter, 60./Handelfmeter) am Mittwochabend gegen Weltmeister Frankreich (2:2) hat er alleine bei dieser Endrunde fünfmal getroffen. Insgesamt steht der Angreifer von Juventus Turin bei 14 EM-Toren. Das ist einsamer Rekord. Aber das ist ja noch nicht alles.

21 Mal hat Cristiano Ronaldo bei WM oder EM getroffen - Miroslav Klose (19) kommt in der europäischen Torjägerliste dahinter. Es geht aber noch weiter. «CR7», so sein sündhaft teurer Markenname, hat in 178 internationalen Auftritten 109 Mal getroffen. Damit zog er mit dem Iraner Ali Daei (109 Treffer in 149 Länderspielen) gleich, der früher für den FC Bayern München gestürmt hatte.

«Ich fühle mich geehrt, dass diese bemerkenswerte Leistung Ronaldo gehören wird - einem Großmeister des Fußballs und fürsorglichen Menschen, der Leben auf der ganzen Welt inspiriert und beeinflusst», schrieb Daei in den sozialen Netzwerken. Cristiano Ronaldo bedankte sich umgehend. «Wahre Champions bleiben für immer Champions», entgegnete der 36-Jährige in der virtuellen Welt und empfand Stolz für die warmen Worte von einem «riesigen Idol».

Belgien wartet im Achtelfinale

Cristiano Ronaldo, der Ausnahmekicker von der Blumeninsel Madeira, löst bei der Konkurrenz allmählich aber so ein gewisses Unbehagen aus, was seine tatsächliche Herkunft betrifft. «Wenn du seinen Namen sagst, dann reden wir gar nicht mehr über Menschen», meinte Österreichs Stürmer Marko Arnautovic. Es gebe zwei Spieler für ihn, die «nicht von dieser Welt» seien: «Die sind von irgendwo ganz anders, sind kurz mal hergekommen, mischen alle Ligen auf und alle Wettbewerbe und nehmen alle Trophys mit, und dann hauen sie wieder ab - das sind er und Lionel Messi.»

Cristiano Ronaldo, der Extraterrestrische. Cristiano Ronaldo, der E.T. des Fußballs. Wo soll einen dieser Cristiano Ronaldo bloß hinführen? Portugal hat er erstmal ins Achtelfinale geschossen. Dort trifft die Seleção als Dritter der deutschen Gruppe am Sonntag (21.00 Uhr) in Sevilla auf das ungeschlagene belgische Team um Romelu Lukaku, der bislang dreimal bei dieser Endrunde treffen konnte.

«Die sind gut, echt gut, das können sie aber auch über uns sagen», meinte Mittelfeldspieler Joao Palhinha nach dem Kraftakt gegen Benzema und Mbappé. «Wir müssen konzentriert sein und das Maximum geben.» Für Nationaltrainer Fernando Santos ist Belgien ein «schwieriger Gegner». Ohne Zweifel. «Wir werden ihn gut studieren und dann sehen, was das Beste für die Mannschaft ist», kündigte er an. Das Beste für Portugal, keine Frage, ist Cristiano Ronaldo.

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