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Fußball: RWA holt Remis, verpasst aber Sieg / Holldack muss verletzt vom Platz

Fleißsternchen statt drei Punkte

Ahlen

Angst vor dem Tabellenvierten aus Oberhausen? Die hatte RW Ahlen nicht. Mutig und dominant spielte die Truppe von Andreas Zimmermann auf. Doch mehr als ein Unentschieden gegen blass wirkende Gäste sprang für die Wersestädter dabei nicht heraus. Zu fahrig gingen die Ahlener mit ihren offensiven Möglichkeiten um. Zu gering ist angesichts dessen der Ertrag im Abstiegskampf.

Von Uwe Gehrmann

Die Ahlener Flanke war bei Bennet Eickhoff gut aufgehoben.

„Ich will“, sagt Andreas Zimmermann, „dass die Leute hier aus dem Stadion gehen und sagen: Boah, war das ein geiles Spiel. Und das haben wir geschafft.“ Nun, es waren sicher nicht alle der 677 Zuschauer, die das so gesehen haben, zumal die Hälfte Oberhausener waren, die die schwache Vorstellung ihrer Kleeblätter sicher gar nicht „geil“ fanden. Aber auch das Ahlener „Boah!“ gelang am Samstag nicht ohne gewisse Untertöne.

Ahlener Überlegenheit reicht nicht für Sieg

Hervorragend war‘s, im Abstiegskampf dem Liga-Vierten ein 0:0 abzuringen, keine Frage. Weniger befriedigend, dass die Ahlener Überlegenheit gegen das extrem blasse RW Oberhausen dennoch nicht zum Sieg reichte. Was man sich ja eigentlich nicht leisten kann, denn inzwischen ist der Abstand zu den Kellerräumen auf drei Punkte geschrumpft (bei aber noch zwei Spielen weniger).

„Schade, schade, schade. Da war mehr drin“, muss dann aber auch Andreas Zimmermann anerkennen, dass das inzwischen zehnte Unentschieden der Rotweißen zu wenig war, um alle restlos glücklich zu machen. War es denn der überraschend schwache Gast, der Ahlen erst mit seiner Ideenlosigkeit und mangelnden Kreativität so stark gemacht hatte? Oder hatte der Außenseiter Oberhausen gleich in seine Schranken gezwungen? Die Wahrheit wird wie immer in der Mitte liegen.

Holldack muss verletzt vom Platz

Bemerkenswert aber, dass RW Ahlen seine Dominanz nach dem 0:2-Ausfall in Lippstadt sogar beibehielt, wenn nicht ausbaute, nachdem Holldack in der 29. Minute mit einem verletzten Knie liegenblieb und durch Pihl getauscht werden musste. Ohne den Führungsspieler und von Beginn an ohne Andreas Ivan war Ahlen vielleicht geschwächt, gesehen hat man das aber nicht.

In der Zentrale machten Mamutovic, Wiesweg und Twardzik ihre Sache ausgezeichnet, und vorne wirbelten dann Pihl, Mai und Marzullo durch das defensive Beet der Kleeblätter. Aber eben nicht konsequent genug. Gianluca Marzullo hätte allein vier Mal die Führung erzielen müssen. In der ersten Hälfte lässt er sich zweimal abdrängen und verpasst aus zu spitzem Winkel. Nach der Pause trifft der „Zehner“ nach Vorarbeit von Pihl und Mai die Querlatte (69.) und scheitert im Konter an Oberhausens gutem Keeper Heekeren (89.). Dazwischen verbaselt Mai als sehr aktive Sturmspitze allein vor dem Tor der Gäste (28.), und Pihls Ball aus der Distanz wird gehalten (59.).

Oberhausen ohne Akzente

Und warum hier keine Szene von RW Oberhausen auftaucht? Nun, es gab keine. Die hochgelobte Mannschaft von Trainer Mike Terranova ließ sich ideenlos die Räume beschneiden, verlor die meisten Zweikämpfe, setzte null Akzente Richtung Ahlener Tor und musste hernach froh sein, nur torlos davongekommen zu sein. Aber dafür kriegt Ahlen nur ein Fleißsternchen. Drei Punkte hätten besser getan.

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