1. www.wn.de
  2. >
  3. Sport
  4. >
  5. Frieling beendet für Preußen II das erneut unnötige Bangen gegen Herne

  6. >

Fußball: Oberliga

Frieling beendet für Preußen II das erneut unnötige Bangen gegen Herne

Münster

Zum Schluss musste die zweite Mannschaft von Preußen Münster noch ganz schön bangen. Doch das 4:2 gegen Westfalia Herne hatte vor allem für die Tabelle einen hohen Wert. Auf alles andere kam es nach anstrengenden Wochen in der Abstiegsrunde nicht an. Nun ist der SCP hier sogar Erster.

Von Thomas Rellmann

Kevin Schacht versenkt diesen Kopfball kurz vor der Pause gegen Ubeyd Güzel nicht – doch er und seine Sturmkollegen überzeugten im ersten Abschnitt. Foto: Wilfried Hiegemann

Die zentrale Nachricht vorweg: Die U 23 von Preußen Münster hat in der Abstiegsrunde der Oberliga beste Karten, das Klassenziel zu erreichen. Nach dem 4:2 (3:0) über Westfalia Herne führen die Adler das Ranking sogar an, wichtiger sind die acht Zähler Vorsprung auf Platz sieben. „Eine gute Basis für den Endspurt“, rief Trainer Kieran Schulze-Marmeling seinen Schützlingen nach dem Abpfiff zu.

Hinter dem Sieg steckte jedoch auch die Geschichte von fünf Partien in 15 Tagen, einer vom Gegner abgelehnten Verlegung und der Erinnerung ans Hauptrundenspiel, als der SCP an selber Stelle ein 2:0 aus der Hand gab und dem abgeschlagenen Letzten einen von sechs Punkten gestattete. Beinahe wäre am Sonntag der siebte hinzugekommen, weil die Münsteraner nach einer Top-Vorstellung vor der Pause ins Schwimmen gerieten. Der Coach nahm seiner Mannschaft den Einbruch aber nicht krumm. „Ja, die zweite Halbzeit war ganz schwach, aber das ist mir nach dieser Belastung egal. Wir waren in den letzten Wochen stabil. Dass wir in den letzten beiden Spielen irgendwann nachgelassen haben, ist erklärbar. Wir waren müde und verunsichert.“

Thiel und Frieling drehen auf

Davon war in Durchgang eins nichts zu spüren. Die Hauptdarsteller kamen aus der Angriffsreihe. Profi-Leihgabe Marvin Thiel holte sich Praxis und gab Halt. Sein gewonnenes Kopfballduell brachte Luis Frieling in Position, den Westfalia-Keeper Übeyd Güzel vor dem Sechzehner abräumte. Gelb dafür war milde, aber vertretbar (4.). Der Torhüter entschärfte sogleich den folgenden Thiel-Freistoß (6.). Doch der Regionalliga-Mann überwand ihn kurz darauf nach einem tollen Spielzug über Kevin Schacht und Flankengeber Frieling zum 1:0 (8.).

Die Gastgeber störten früh, suchten konsequent den Weg über außen und lieferten gute Standards. Einen Kopfball von Marius Mause kratzte Kaan Terzi noch von der Linie (17.), dann aber war Schacht nach einer Ecke von Francesco Di Pierro zum 2:0 zur Stelle (20.). Frieling krönte seinen hervorragenden Auftritt sogar mit einem prima Solo zum 3:0 (26.). Schacht (39.) per Kopf und Thiel mit einem Weitschuss (45.) hatten weitere Chancen. „Aber es hat sich in der Viertelstunde vor der Pause schon angedeutet, dass wir etwas Zugriff verlieren“, sagte Schulze-Marmeling später.

Deckung schläft

Wie ausgewechselt kehrten die Preußen zurück. Kein Durchkommen, keine Genauigkeit, keine Ideen. Seokkyoung Koo, gerade erst drin, verkürzte schnell auf 1:3 (51.), als die gesamte SCP-Deckung in Schockstarre verfiel. Herne ließ sich wie schon im Herbst auf dem Kunstrasen keineswegs hängen, wurde aber durch kaum begründbare Fehlpässe geradezu eingeladen zurückzufinden. Die kraftbedingt notwendigen Wechsel gaben den Hausherren keine Sicherheit, die taktischen Umstellungen auch nicht. Nur Mause hatte noch eine Szene (54.), ansonsten war es ein Zitterspiel. Der Gast fand vor dem Wechsel kaum statt, war auch jetzt selten zwingend und kam doch durch einen Kopfball von Tobias Lübke nach Terzi-Flanke ran (79.). Erinnerungen ans erste Aufeinandertreffen? „Klar, da ging das Kopfkino los, es kam Stimmung auf“, so Schulze-Marmeling. „Das wären noch eklige fünf Minuten geworden.“ Doch dann besannen sich nach einem Ballgewinn von Elias Demirarslan die frühen Protagonisten: Thiel legte präzise nach innen, Frieling schloss ab zum 4:2 (87.) – doch kein Deja-vu, stattdessen ein kleines Ruhekissen.

SCP: Westphal – Mause, ter Horst (46. Kourouma), Klauke, Sengün – Koopmann (62. Pohl), Rüschenschmidt – Di Pierro (69. Demirarslan) – Schacht (81. Wald), Frieling, Thiel

Startseite
ANZEIGE