Badminton: Bundesliga-Playoffs

Für Union Lüdinghausen geht es um mehr als eine Tüte Saure Pommes

Lüdinghausen

Am Samstag und Sonntag (12./13. Juni) kämpft Union Lüdinghausen um den Einzug ins Final-Four-Turnier um die Deutsche Meisterschaft, das am Wochenende drauf in Wipperfürth steigt. Allzuschlecht stehen die Chancen der Nullachter nicht.

Von Florian Levenig

Um diese Trophäe, den Hans-Riegel-Pokal, geht es an diesem und dem kommenden Wochenende. Gestiftet wurde er vom ersten DBV-Präsidenten und ehemaligen Chef eines Bonner Süßwarenkonzerns. Foto: flo

Liest man die Vorberichte zu den Badminton-Bundesliga-Playoffs an diesem Wochenende (12./13. Juni) in Saarbrücken und Wipperfürth, könnte man glatt den Eindruck gewinnen, als stünde den Teilnehmern eine Art Kaffeefahrt bevor. Von „völliger Entspannung“ ist da mehrfach die Rede. Und dass man mit „einem Mix aus erster und zweiter Mannschaft“ antreten werde. Als ginge es nicht um den prestigeträchtigen Hans-Riegel-Pokal, sondern um eine Tüte Saure Pommes. Für bare Münze müsse man das alles nicht nehmen, meint Michael Schnaase.

Der SC Union Lüdinghausen, betont dessen Teammanager, trete sehr wohl mit dem gebotenen Ernst, dem nötigen Ehrgeiz sowie nicht zuletzt mit einer schlagkräftigen Truppe im Saarland an – und erwartet nichts anderes von den drei Konkurrenten, die sich um eines der beiden Tickets für das DM-Final-Four sieben Tage drauf in Wipperfürth bewerben.

Kaum ein Team in Bestbesetzung

Ja, in Bestbesetzung werde kaum ein Team antreten, da in Teilen Europas immer noch das Virus wütet und einige ausländische Top-Leute aufgrund von Quarantänebestimmungen gar nicht bis Deutschland kämen, so Schnaase. Aber: „Wittorf wird sicher nicht die fast 1500 Kilometer von Neumünster nach Saarbrücken und wieder zurück auf sich nehmen, um uns den Sieg kampflos zu überlassen.“

Die Nordlichter bestreiten heute, 10 Uhr, das erste Match gegen die Nullachter. Träten beide Mannschaften mit voller Kapelle an, wäre es wohl die vorentscheidende Begegnung um Platz zwei (Serienmeister Bischmisheim dürfte der Gruppensieg kaum zu nehmen sein). Wie aus Wittorf zu hören ist, fehlen aber die Ungarin Vivien Sandorhazi, der Russe Vitaly Durkin und Victoria Williams (England) aufgrund von Reisebeschränkungen sowie, verletzungsbedingt, der Deutsche Meister im Doppel, Bjarne Geiss.

Spielt Jørgensen?

Auf die leichte Schulter dürfe Lüdinghausen die Partie dennoch nicht nehmen, warnt Schnaase. Wittorf habe genug namhafte Leute dabei, darunter U 19-Europameister Matthias Kicklitz. Auch die SG Schorndorf, auf die die Unionisten im Samstagabendspiel um 19 Uhr treffen, sei nicht zu unterschätzen – sollte der Aufsteiger spontan Jan Ø. Jørgensen aufbieten. Der Däne, eigentlich als Coach geholt, war einst Europameister, WM-Dritter und Weltanglistenzweiter.

Trotzdem gehen die Steverstädter als Favorit in beide Matches – zumal die deutsch-niederländische Grenze wieder halbwegs durchlässig ist. Drei (frisch geteste) Oranje-Asse – Nick Fransman sowie die 08-Neuzugänge Ties van der Lecq und Aram Mahmoud – schlagen wohl in der Jo-Deckarm-Halle auf, dazu die Deutschen Meister Yvonne Li, Max Weißkirchen und Linda Efler sowie die Altinternationalen Josche Zurwonne und Eva Janssens.

Das mögliche Gruppenfinale zwischen Bischmisheim und Lüdinghausen steigt am Sonntag um 11 Uhr. Die Ersten und Zweiten der Playoffs bestreiten am kommenden Samstag (19. Juni) über Kreuz die DM-Halbfinals.

Vor Publikum

Je 80 Zuschauer finden am Samstag und Sonntag Einlass in die Jo-Deckarm-Halle – vorausgesetzt, sie sind coronageimpft, -genesen oder -getestet. Sportdeutschland.tv streamt sämtliche Begegnungen live im Netz.

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